Nürburgring: Beck und Mertin halten weitere Enthüllungen für möglich

Nürburgring: Beck und Mertin halten weitere Enthüllungen für möglich

"Unangenehmes Gebräu"

Mainz. (dpa) In der Nürburgring-Affäre hält der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) weitere Überraschungen nicht für ausgeschlossen. "Ich kann ja nicht Tausende von Akten lesen. Niemand kann sagen, ob nicht noch ein Auftrag auftaucht, der nicht gut abgewickelt ist oder was auch immer", sagte der Regierungschef in Mainz. Im Untersuchungsausschuss des Landtags müsse alles auf den Tisch.

"Aber ich glaube nicht, dass noch viel nachklappert, denn zwischenzeitlich ist es ja schon die Hauptnachricht, wenn am Nürburgring ein Fahrrad umfällt", ergänzte Beck. "Wenn Sie an andere Großinvestitionen mit derselben Elle drangingen, würden Sie wahrscheinlich ebenfalls etwas Auffälliges finden." Der rund 300 Millionen Euro teure neue Freizeitpark an der Rennstrecke in der Eifel gilt als Prestige-Projekt der SPD-Landesregierung.

Der rheinland-pfälzischen FDP-Fraktionschef Herbert Mertin äußerte die Ansicht, dass in den Akten des Untersuchungsausschusses zur Nürburgring-Affäre noch viele schlagzeilenträchtige Details schlummern. "Es gibt eine Vielzahl von Papieren, die die Öffentlichkeit brennend interessieren würden und die keineswegs vertraulich gestempelt sein müssten", sagte Mertin.

Trotz gegenteiliger Zusagen halte die SPD-Landesregierung an der Vertraulichkeit vieler Dokumente fest, bei denen Persönlichkeitsrechte oder Steuergeheimnisse von Dritten gar nicht betroffen seien.

Nach Mertins Einschätzung ist es schwer vorherzusagen, inwieweit die Nürburgring-Affäre bei der nächsten Landtagswahl 2011 der SPD zusetzen könnte. "Immerhin hat sie es geschafft, in das Bewusstsein jedes Rheinland-Pfälzers zu dringen. Das wird die Landesregierung nicht so schnell los", sagte der Liberale. "Das Einlassen mit unseriösen Geschäftspartnern, die unsolide Finanzierung, die zu großen Dimensionen, die nicht funktionierenden Attraktionen - all das ergibt ein unangenehmes Gebräu für die Landesregierung."

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