Nicht alle Wünsche der Bürgermeister im Linksrheinischen sind erfüllbar

Nicht alle Wünsche der Bürgermeister im Linksrheinischen sind erfüllbar

NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper zu Gast in Heimerzheim

Die Landtagsabgeordnete Ilka von Boeselager (CDU) hatte am Donnerstag NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper zum Gespräch mit den Bürgermeistern auf Burg Heimerzheim eingeladen. Bei der Diskussion über wichtige regionale Verkehrsprojekte waren auch der Bundestagsabgeordnete Norbert Röttgen (CDU) und Landrat Frithjof Kühn dabei.

  • Rheinbach: Bürgermeister Stefan Raetz plädierte für Lärmschutz an der A 61 bei Wormersdorf und für den Bau einer Umgehungsstraße für Flerzheim. Außerdem regte er an, die Rheinbacher Stadtumgehung durch den Bau von Kreiseln effektiver zu gestalten.In Sachen Wormersdorf machte Röttgen den vom Lärm betroffenen Bürgern Hoffnung. Der Bund werde den Grenzwert, ab dem Lärmschutz gebaut werden könne, jetzt um drei Dezibel absenken. Dann sei eine Neubewertung der Situation durch das Land möglich. Dies sagte der Minister auch zu.

Einer früher einmal angedachten Entlastungsstraße im Rheinbacher Süden von der L 113 bei Flerzheim über die Autobahn in Richtung Waldkapelle erteilte Lienenkämper auf die Frage von CDU-Fraktionschef Bernd Beißel eine Absage. Ein solches Projekt stehe nicht im Bedarfsplan, es habe "keine realistische Chance".

Zum Thema Ortsumgehung Flerzheim sagte Lienenkämper, die Planung sei erst am Anfang. Wann mit dem Bau begonnen werde, sei heute noch nicht seriös abzuschätzen. Im Frühjahr 2010 liege ein Verkehrsgutachten vor. Darin seien auch die Auswirkungen für Swisttal-Morenhoven berücksichtigt.

  • Swisttal: Über diese Auskunft war auch Swisttals Bürgermeister Eckhard Maack erfreut. Er hatte angemahnt, nicht nur "die berechtigten Interessen Flerzheims" bei der Planung zu bedenken, sondern auch darauf zu achten, dass Morenhoven nicht zur "Durchgangsstation für Maut-Umgeher" werde. Maack schlug vor, Morenhoven nach Fertigstellung der Umgehung Flerzheim für den Lkw-Verkehr zu sperren. Außerdem forderte er Lärmschutz für die Anwohner des Heidgeswegs in Miel.
  • Meckenheim: Auf den "erbärmlichen Zustand" der L 261 in Altendorf (Burgstraße/Hilberather Straße) machte Meckenheims Bürgermeister Bert Spilles aufmerksam. Dort sei die Verkehrssicherheit nicht mehr in vollem Umfang gewährleistet. Dazu sagte Lienenkämper, die Sanierung dieser 700 Meter koste 500 000 Euro. Da der Erftverband dort bald den Kanal saniere, biete sich eine Bündelung beider Baumaßnahmen an.Weil sich an der Kreuzung L 261/L 158/K 53 besonders im Berufsverkehr immer Staus bilden, regte Spilles an, die Ampel durch einen Kreisverkehr zu ersetzen. Der Minister gab den Rat, die Stadt möge sich in dieser Frage mit dem Landesbetrieb Straßenbau in Verbindung setzen, um zu sehen, was geht und was nicht.
  • Alfter: Der künftige Bürgermeister Rolf Schumacher beklagte den "katastrophalen Zustand" der L 113, die durch Alfter, Gielsdorf und Oedekoven führt. Und er fragte nach den Chancen für den Bau einer schon lange geforderten Umgehungsstraße für Witterschlick. Der Lkw-Verkehr sei eine sehr große Belastung für den Ort.Lienenkämper stellte keine große Lösung in Aussicht, sah aber den Ausbau der Schmalen Allee (Verbindung zwischen L 113 und B 56) zu einer Betriebsstraße als "kreative Möglichkeit", um Witterschlick zu entlasten. Für den CDU-Fraktionsvorsitzenden Barthel Schölgens wäre das "der Spatz in der Hand, der uns lieber ist als die Taube auf dem Dach".
  • Bornheim: Als "unerträglich lang" bezeichnete Bürgermeister Wolfgang Henseler die vierjährige Bauzeit für die L 183 n, die die bereits existierende Bornheimer Umgehungsstraße ab den großen Märkten mit der K 12 n verbindet.Dazu sagte der Minister, auf die Länge der Bauzeit habe das Land keinen Einfluss, denn Bestandteil des Projekts sei eine Brücke über die Bahnstrecke. Und deren Bau sei Sache der Bahn. Laut DB-Planung sei diese Brücke "frühestens im Jahr 2012" fertig. So müsse man heute davon ausgehen, dass die L 183 n im Jahr 2013 fertig sei.

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