MRB von Köln über Bonn nach Koblenz: Darum fällt die Mittelrheinbahn so oft aus

Mitteilung von Trans Regio : Darum fällt die Mittelrheinbahn bald noch öfter aus

Auf der Strecke der Mittelrheinbahn fehlt rund ein Drittel der benötigten Lokführer. Das Ergebnis: Immer mehr Züge fallen aus. Eine Entlastung ist erst 2020 in Sicht.

Ahrtalbahn, Rheinstrecke und jetzt die Mittelrheinbahn. Für den Kreistag von Ahrweiler entwickelt sich das Thema Bahn zum Dauerbrenner. Aber auch zum Aufreger.

Grund der Aufregung ist eine Mitteilung der Trans Regio GmbH mit dem Inhalt, dass die Mittelrheinbahn gezwungen sei, „weitere Zugleistungen entfallen zu lassen“. Diese wurde in der vergangenen Woche vom Ahrweiler Kreishaus den Fraktionsvorsitzenden im Kreistag zugeleitet.

Trans Regio führt darin an: „Aufgrund der angespannten Personalsituation im Bereich der Triebfahrzeugführer kommt es weiterhin zu größeren Unregelmäßigkeiten im geplanten Betriebsablauf der Mittelrheinbahn. Trotz massiver Gegensteuerungsmaßnahmen im Bereich der Rekrutierung von Eigen- und Leihpersonal sowie der umfangreichen Bemühungen, neue Triebfahrzeugführer auszubilden, ist die Trans Regio als Betreiber der Mittelrheinbahn aufgrund weiterhin eingeschränkter Verfügbarkeit vieler Mitarbeiter und kurzfristiger Kündigungen gezwungen, auch über bereits veröffentlichte Ersatzkonzepte hinaus Leistungen ausfallen zu lassen.“

Ersatzkonzept soll Mitte Juni folgen

Trans Regio arbeite mit Hochdruck an einem Ersatzkonzept, das Mitte Juni vorgestellt werden soll. Im Konzeptentwurf, der dem GA vorliegt, steht unter anderem: „Zwischen Koblenz und Köln wird es montags bis freitags einen Stundentakt geben, mit der Einschränkung, dass an Freitagen eine Zugfahrt zwischen Koblenz und Köln entfallen muss. An Samstagen und Sonntagen wird analog dem Streckenabschnitt Mainz – Koblenz mit einem Zweistundentakt mit Verstärkerzügen in den Tagesrandlagen gefahren.“

Nach Angaben von Thorsten Müller, Direktor des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr Nord (SPNV Nord), fehlen Trans Regio aktuell 20 Lokführer, was einen Anteil von knapp 30 Prozent der insgesamt benötigten Triebfahrzeugführer ausmacht. Müller: „Die Trans Regio hat erschreckend offenbaren müssen, dass eine deutlich spürbare Entlastung in Punkto Personalnot leider erst ab Ende des ersten Quartals 2020 erwartet werden kann.“ Das Ersatzkonzept, dessen finale betriebliche Details sich noch in Abstimmung befänden, stelle „aktuell leider die einzige Alternative dar“.

Das bringt FWG-Fraktionssprecher Jochen Seifert in Harnisch. Er spricht von einem „Offenbarungseid“ und fordert, dass „von Seiten des Kreises Ahrweiler in dieser Angelegenheit gegenüber dem SPNV Nord zwingend interveniert werden muss“.

Vor allem Pendler leiden unter der Situation

Als Vertragspartner des SPNV Nord sei die Trans Regio GmbH gehalten, ihren Pflichten nachzukommen. Seifert: „Aus Sicht der FWG kann es nicht sein, dass Trans Regio personelle Probleme artikuliert, gemeinsam mit SPNV Nord ein 'Ersatzkonzept' erarbeitet und Mitte Juni vorstellt, und diese Verfahrensweise mit massiven Einschränkungen im öffentlichen Personennahverkehr mindestens bis zum 31. März 2020 von Seiten des Kreises Ahrweiler hingenommen wird.“

Verlierer dieser Verfahrensweise seien insbesondere die Berufspendler an der Rheinschiene, die bereits seit mehreren Wochen in unregelmäßigen Abständen massive Verspätungen und zahlreiche Zugausfälle hinnehmen müssten. „Es dürfte kaum zumutbar sein, dass Bahnreisende genötigt werden, sich vor jeder beabsichtigten Fahrt im Internet über mögliche Ausfälle respektive Verspätungen zu informieren“, schimpft der Kreisvorsitzende der Freien Wähler. Seifert bringt zudem die Frage nach Konventionalstrafen gegen die Trans Regio GmbH auf. Dies analog zu den Vertragsstrafen die der Kreis Ahrweiler bereits gegen diverse Busunternehmen wegen eklatanten Mängeln im Schülertransport verhängt hat.

Die FWG bittet daher Landrat Jürgen Pföhler, die Angelegenheit auf die Tagesordnung der nächsten Kreistagssitzung am 28. Juni, spätestens jedoch als Tagesordnungspunkt des Kreistages am 25. Oktober zu setzen.

Wie der Kreis dazu auf Anfrage des General-Anzeigers mitteilt, wird das Thema Mittelrheinbahn in der Oktober-Sitzung auf die Tagesordnung kommen, denn am 28. Juni finde zunächst die Konstituierung des neuen Kreistages statt.

Dessen ungeachtet will Landrat Jürgen Pföhler mit dem SPNV Nord bereits jetzt „alle Möglichkeiten ausloten, die es gibt, damit Trans Regio unverzüglich wieder zu den regulären Fahrplänen der Mittelrheinbahn zurückkehrt. „Denn klar ist“, so Landrat Pföhler zum General-Anzeiger: „Die derzeitige Situation ist insbesondere für die Pendler völlig inakzeptabel.“

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