"MobilPass" für Bus und Bahn im Verkehrsverbund Rhein-Sieg

"MobilPass" für Bus und Bahn im Verkehrsverbund Rhein-Sieg

Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg startet sein neues Sozialticket zum 1. März. Ab dann gelten im gesamten Verbundgebiet, das neben den kreisfreien Städten Köln, Bonn und Leverkusen auch zahlreiche Landkreise umfasst, einheitliche neue "Sozialtarife".

Das hatte kürzlich der Zweckverband des VRS nach monatelangen Debatten beschlossen. Voraussetzung für die Einführung war, dass alle am VRS beteiligten Kreise und kreisfreien Städte zustimmen.

Unter dem Namen "MobilPass" können ab März Menschen mit geringem Einkommen verbilligte Vierer- oder Monatstickets kaufen. In den Genuss des Sozialtickets kommen vor allem Menschen, die Hartz IV oder Sozialhilfe beziehen. Berechtigt sind aber auch Senioren und Menschen mit Erwerbsminderung, die Leistungen der Grundsicherung bekommen, die Bezieher von Kriegsopferfürsorge sowie Asylbewerber. Die entsprechenden Nachweise erhalten die Berechtigten bei ihrem zuständigen Jobcenter oder bei den Sozialämtern.

"MobilPass" in zwei Varianten

Anhand der Bescheinigungen und unter Vorlage ihres Personalausweises können die Betroffenen in den Verkaufsstellen des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) und seinen Partnern das Sozialticket kaufen. Den "MobilPass" wird es in zwei Varianten geben: als Viererkarte oder als Monatskarte. Die Preise richten sich nach den sieben Tarifstufen des Verkehrsverbundes.

So wird beispielsweise das Viererticket für Fahrten von Hennef nach Siegburg (Preisstufe 2a) 5,60 Euro kosten. Der Normalpreis für Erwachsene liegt seit der jüngsten Preiserhöhung zum 1. Januar bei 9,40 Euro. Die Monatskarte des Sozialtickets für die Strecke Hennef-Siegburg kostet 34,50 Euro (Normalpreis: 81,10 Euro).

Das Land Nordrhein-Westfalen stellt den Verkehrsunternehmen im Jahr 2012 insgesamt 30 Millionen Euro zur Verfügung, um den bedürftigen Personengruppen die verbilligten Tickets anbieten zu können. Dem VRS stehen für das Sozialticket in diesem Jahr 5,3 Millionen Euro zur Verfügung. Ob die Mittel ausreichen und welche Auswirkungen die Übertragbarkeit der Sozialtickets mit sich bringen, wird nach einem Jahr überprüft.

Hintergrund für die Einführung des Sozialtickets, dessen Einführung der Kreistag mit breiter Mehrheit zugestimmt hat, ist, dass gerade Alleinerziehende und andere Geringverdiener besonders auf den öffentlichen Personennahverkehr angewiesen. Im Gebiet des VRS kommt das Sozialticket für rund 343.000 Menschen infrage, ein Anteil von etwa zehn Prozent an der Gesamtbevölkerung. Zum Vergleich: Die Schüler allgemeinbildender Schulen bilden mit etwa zwölf Prozent eine etwa gleich große Gruppe. Im Rhein-Sieg-Kreis werden rund 44.000 Menschen vom verbilligten "MobilPass" profitieren. Kostenpunkt: rund 600.000 Euro.

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