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Hauptstraßensanierung: Meckenheimer sollen mitreden

Hauptstraßensanierung : Meckenheimer sollen mitreden

Die Fraktionen wetteiferten förmlich um die Lorbeeren beim Thema "Bürgerdialog", als der Tagesordnungspunkt zur Attraktivitätssteigerung der Meckenheimer Hauptstraße im Stadtentwicklungsausschuss am Donnerstagabend beraten wurde. Nach einer umfassenden, emotional geführten Debatte gab es schließlich eine große Mehrheit, bei zwei Gegenstimmen aus der UWG, für den Verwaltungsvorschlag mit Ergänzungen.

Demnach soll vor der Detailplanung ein Workshop mit den Anliegern stattfinden. Sie sind in besonderem Maße betroffen von der anstehenden Großbaustelle im Zuge der Sanierung der Hauptstraße.

Insbesondere CDU-Chef Eike Kraft, der Vertreter dieses Wahlbezirks ist, hatte sich in der Debatte für die Einbeziehung der Anwohner ins Zeug gelegt. Er forderte einen noch engeren Dialog mit den Bürgern vor jeder weiteren Entscheidung. Jeder weitere Planungsschritt müsse vor der Beschlussfassung mit den Anliegern der Hauptstraße besprochen werden. Diese Forderung brachte ihm schließlich von den übrigen Fraktionen den Vorwurf des Wahlkampfes ein.

Die Großbaustelle für die Sanierung der Hauptstraße soll gemeinsam mit der notwendigen Kanalerneuerung, die der Erftverband zeitgleich vornimmt, eine möglichst geringe Beeinträchtigung für die Geschäftsleute mit sich bringen. Mit einem soliden Baustellenmanagement will die Stadt beide Baumaßnahmen aufeinander abstimmen und die Bauzeiten so kurz wie möglich halten.

Dass die Kosten zum Teil von den Anwohnern bezahlt werden müssen, daran wird jedoch kein Weg vorbeiführen, da dies gesetzlich vorgeschrieben sei, stellte der Technische Beigeordnete Heinz-Peter Witt klar. Allerdings soll eine Satzungsänderung die Anliegergebühren reduzieren. Der entsprechende Tagesordnungspunkt war jedoch mit den Stimmen von CDU und BfM einen Tag zuvor von der Tagesordnung des Hauptausschusses genommen worden.

Angesichts der Bildung einer "Interessengemeinschaft Altstadt", die bei der jüngsten, nicht-öffentlichen Zusammenkunft von Anwohnern und Stadt heftige Kritik an der Vorgehensweise und den Anliegergebühren geübt hatte, möchte die Stadt vor der Detailplanung zur Hauptstraßensanierung nochmals die Anregungen der Anwohner aufnehmen. Auch eine Bürgerinformationsversammlung, in der das gesamte "Integrierte Handlungskonzept" rund um die Attraktivitätssteigerung der Altstadt vorgestellt wird, gehört zur geplanten Informationskampagne.

Grundsätzlich befinden viele Anwohner die geplante, umfassende Verschönerungsaktion für die in die Jahre gekommene Hauptstraße für nötig und gut. Geplant ist unter anderem eine neue Pflasterung der Straße. Die größten Veränderungen wird es an den beiden Plätzen geben. Sowohl der Kirchplatz als auch der Marktplatz sollen zum Verweilen einladen.

Während auf dem Marktplatz ein Lebensmittelmarkt mit Parkhaus geplant ist, soll der Kirchplatz zur Hauptstraße hin geöffnet werden. Eine neue Freitreppe ist vorgesehen und eine Bühne am Rande der Kirche soll die Voraussetzung etwa für Konzerte schaffen. Der umstrittene Kubus als moderner Baukörper auf dem Kirchplatz ist nach Protesten bereits vom Tisch.

Stattdessen soll ein Springbrunnen für eine angenehme Atmosphäre sorgen. Zwischen den beiden Plätzen soll der öffentliche Raum von allen Verkehrsteilnehmern gleichberechtigt genutzt werden. Die Stadt möchte hier das Prinzip "Shared Space" umsetzen, allerdings die Fahrbahn optisch vom Fußgängerbereich absetzen.

Für den Vorsitzenden des Gewerbevereins Willi Wittges-Stoelben steht fest: "Wir stehen dem Projekt sehr positiv gegenüber." Allerdings müsse man die Bürger mit einbeziehen, denn die müssten es ja auch bezahlen. Dabei dürfe das Konzept jedoch nicht zerredet werden. Wichtig für die Gewerbetreibenden sei zudem ein gutes Baustellenmanagement.