Martini-Markt 2012: Kirchplatz ist wieder dabei

Martini-Markt 2012: Kirchplatz ist wieder dabei

Gute Nachrichten für den Martini-Markt 2012: Wie die Allianz, die Katholische Kirchengemeinde Sankt Johann Baptist und der Verein Centrum am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten, konnte an einem Runden Tisch eine - zunächst für ein Jahr gültige - Lösung für die Nutzung des Kirchplatzes erreicht werden.

Demnach findet der Martini-Markt 2012 definitiv wieder mit Kirchplatz statt. Initiator des Runden Tisches war die Ratsmehrheit aus CDU, FDP und Liste Bündnis 90/Die Grünen. "Wir sind optimistisch, im direkten Dialog mit den Beteiligten auch eine dauerhafte Lösung für die nächsten Jahre zu finden", teilten die Fraktionschefs Sebastian Wolff (CDU), Rainer Quink (FDP) und Michael Oswald (Grüne) mit.

Wie berichtet, lagen die Kirchengemeinde, die Eigentümerin des Platzes ist, und Centrum überquer, nachdem die Kirche für den Platz Gebühren verlangte. Diese hätten den Verein nach eigener Aussage überfordert, da er selbst keine Einnahmen erwirtschaftete. Der Disput gipfelte 2011 in einem Martini-Markt ohne Kirchplatz.

Das Thema wurde zum Politikum. Die Allianz wollte im Stadtrat wissen, wie es um den Vertrag von weltlicher und kirchlicher Gemeinde bestellt sei: Die Stadt übernimmt die Verkehrssicherungspflicht für den Platz, räumt und streut etwa. Mit Rückendeckung der Politik hat die Verwaltung den Vertrag zwischenzeitlich zum Jahresende 2011 gekündigt. Verhandlungen über Nachfolgeregelungen und das Gesamtthema liefen, so Bürgermeisterin Wally Feiden. So lange es kein Ergebnis gebe, gelte der alte Vertrag.

Während Feiden gestern - "verärgert" über "Parallelgespräche" ohne Beteiligung der mit Verhandlungen beauftragten Verwaltung - betonte, es gehe um Lösungen für das "Gesamtpaket Kirchplatz" auch mit Wochenmarkt und Kirmes, bemängelte die Allianz das Ausbleiben von Ergebnissen und nahm "das Heft des Handels selbst in die Hand".

Der Kompromiss daraus für 2012: Der Platz steht Vereinen und gemeinnützigen Organisationen zur Verfügung. Ein "mögliches Nutzungsentgelt soll erst nach der Durchführung fair vereinbart werden", führe Centrum den Markt 2012 ja erstmals alleine durch. "Wir wollen Centrum unterstützen und hoffen, in der Folge auf eine dauerhafte Lösung, bei der auch unsere finanziellen Belange berücksichtigt werden", so Pfarrer Bruno Wachten in der Erklärung: Die Kirche wolle "mit Gebühren für kommerzielle Veranstaltungen kein Geschäft machen".

Vielmehr gehe es um Rücklagen für die jährlich etwa 8.000 Euro für Platz-Renovierungen. Gut leben mit der Lösung kann auch Centrum. Georg Zumsande: "Der direkte Dialog ist wichtig und wird uns hoffentlich eine Regelung für alle Veranstaltungen in der Innenstadt näher bringen."

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