Mann soll Baby auf den Boden geworfen haben - Prozessbeginn in Koblenz

Mann soll Baby auf den Boden geworfen haben - Prozessbeginn in Koblenz

46-jähriger Angeklagter schweigt vor Gericht - Kind erleidet Fraktur des Schädeldachs mit lebensbedrohlichen Blutungen

Koblenz. (jad) Weil er sein Baby geschüttelt und auf den Boden geworfen haben soll, muss sich seit Donnerstag ein Mann vor dem Koblenzer Landgericht verantworten.

Der 46-Jährige soll seine zwei Monate alte Tochter in Ebernhahn im Westerwald misshandelt haben, weil ihn das Schreien des Kindes gestört habe. Dabei habe der Angeklagte in Kauf genommen, dass das Baby tödliche Verletzungen erleidet. Das Kind trug bei der Tat im März 2008 laut Anklage bleibende Schäden davon.

Die Mutter des Babys hatte sich zurückgezogen und ihren Lebenspartner gebeten, auf das kleine Mädchen aufzupassen. Für den Prozess sind mehrere Termine geplant.

Zum Prozessauftakt am Donnerstag ließ der Angeklagte erklären, zunächst keine Angaben machen zu wollen. Der Kinderarzt des Babys sagte aus, er habe bei einer Vorsorgeuntersuchung am 13. März keine Auffälligkeiten festgestellt. Bei einer weiteren Untersuchung am 20. Mai habe das Kind jedoch einen Wasserkopf gehabt.

Wegen der möglicherweise lebensbedrohlichen Auswirkung habe er die Mutter und das Kind sofort ins Krankenhaus nach Koblenz geschickt. Wie ein Polizist vor Gericht erklärte, informierte ein Arzt des Krankenhauses wegen Verdachts der Kindesmisshandlung die Polizei. Der Mediziner hatte auch Blutergüsse an den Unterarmen der Mutter bemerkt.

Laut Staatsanwaltschaft erlitt das Kind eine Fraktur des Schädeldachs mit lebensbedrohlichen Blutungen. Nachbarn der Familie sagten am Donnerstag aus, sie hätten "nichts Negatives" im Umgang des Paares mit seinen insgesamt drei Kindern bemerkt.

In den ersten Vernehmungen hatte der Angeklagte nach Angaben der Staatsanwaltschaft bestritten, dem Baby Schaden zugefügt zu haben.

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