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Lohmarerin soll Schwiegermutter attackiert haben

Lohmarerin soll Schwiegermutter attackiert haben

Es scheint die Eskalation eines seit Langem schwelenden Streits zwischen einer 47-Jährigen und ihrer Schwiegermutter gewesen zu sein: Die Frau soll versucht haben, die bettlägerige 89-Jährige umzubringen. Seit Dienstag sitzt die Krankenschwester auf der Anklagebank vorm Bonner Landgericht.

Der Anklagevorwurf: Versuchter Totschlag, gefährliche Körperverletzung und rohe Behandlung einer Schutzbefohlenen. Am 12. August 2011 soll die Angeklagte ihrer nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmten Schwiegermutter ein Kissen aufs Gesicht gedrückt und sie bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt haben. In einer vom Verteidiger verlesenen Erklärung beteuerte die 47-Jährige: "Ich bin entsetzt über das, was ich getan habe. Ich kann es mir im Nachhinein nicht erklären."

Aufgrund des Alkoholkonsums und mehrerer eingenommener Tabletten habe sie nur noch eine teilweise Erinnerung an den Tattag. Sie wisse noch, dass sie der Seniorin ein Kissen aufs Gesicht gedrückt habe. In dem Moment sei sie über sich selbst erschrocken und habe gedacht: "Was machst du da?" Anschließend sei sie mit dem Fahrrad weggefahren.

An ein Würgen oder Schlagen hat die Angeklagte offenbar keine Erinnerung mehr. Auch nicht daran, dass sie laut Anklage von ihrer Tochter in einem Restaurant abgeholt und zu einer Freundin nach Beuel gefahren werden wollte. Kurz vor dem Ziel war sie aus dem Auto gesprungen.

Dann hatte die Tochter die Polizei alarmiert. Als die Beamten die 47-Jährige gefunden hatten, soll sie erzählt haben, dass sie versucht habe, ihre Schwiegermutter umzubringen. Die daraufhin nach Lohmar geschickten Beamten fanden das bewusstlose Opfer, das reanimiert werden konnte.

Weinend und mit zitternder Stimme berichtete die Angeklagte auch von ihrem Verhältnis zu den Schwiegereltern. Zwischen ihr und der Schwiegermutter habe es 30 Jahre lang einen Kampf um ihren Mann gegeben.