Landschaftsschützer laden Regierungspräsidentin ein

Landschaftsschützer laden Regierungspräsidentin ein

Bezirksregierung arbeitet mehr als 1 000 Stellungnahmen zum Quarzabbau ab. Weilerswister Rat für Erweiterung auf eigenem Gebiet. Wer glaubt, dass die Änderung eines Regionalplans ein ausschließlich bürokratischer Vorgang ist, der dürfte daneben liegen. Zumindest bei jenem Verfahren, mit dem die Bezirksregierung im Regionalplan die Ausdehnung des Quarzabbaus ermöglichen will.

Das Thema bewegt: Rund 1 000 Stellungnahmen und Gutachten sind bis zum Ende der Offenlage vergangenen Donnerstag eingegangen.

Wie berichtet, favorisiert die Bezirksregierung die Ausdehnung des Tagebaus in Witterschlick und in Flerzheim - jeweils in der Nachbarschaft von Buschhoven. Das Gebiet "Sonnenhof" bei Bornheim hat keine gute Karten und für die Ausdehnung in Weilerswist sieht die Bezirksregierung keine Chancen: Dort würde die Erweiterung in ein Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) reichen. Während die Behörde die Eingaben sichtet, bringen sich Abbau-Gegner und -Befürworter in Stellung.

So zum Beispiel der Landschaftsschutzverein Kottenforst (LSK). Harald Hoock, Monika Dittrich und Gerd Pflaumer überreichten Regierungspräsidentin (RP) Gisela Walsken (SPD) nicht nur persönlich rund 100 Einwendungen aus Buschhoven. Sie brachten auch zwei neue Gutachten mit. Darin sieht der LSK belegt, dass eine Erweiterung bei Buschhoven "eine erhebliche Gefährdung des Grundwassers und damit der Wasserversorgung aus dem Brunnen des Wasserwerks Heimerzheim" nach sich ziehen würde. Zudem zweifelt der LSK die Qualität des Quarzkieses bei Flerzheim an. Die LSK-Vertreter luden Walsken ein, sich ein Bild vor Ort zu machen. Die RP habe die Einladung grundsätzlich angenommen, so Pflaumer. Der Landschaftsschutzverein Vorgebirge (LSV) sieht unterdessen Anzeichen dafür, dass die Firma Euroquarz aus Dorsten ihr Vorhaben am "Sonnenhof" aufgegeben hat. Dem widersprach auf Anfrage Geschäftsführer Olaf Enger: "Wir haben nach wie vor großes Interesse, aber wir haben dieses Projekt immer als ein langfristiges betrachtet."

Sowohl der LSV als auch der LSK fordern, dass das Erweiterungsgebiet in Weilerswist ausgewiesen wird, wo die Rheinischen Baustoffwerke einen Tagebau betreiben. Den Eingriff ins FFH-Gebiet halten die Vereine für verschmerzbar, wie auch die Gemeinde Weilerswist: Deren Rat hat sich jetzt für das Projekt ausgesprochen. "Man findet nur selten hochreinen weißen Quarzkies in so einer Qualität und in so einer Mächtigkeit", sagt Bürgermeister Peter Schlösser. Außerdem gehöre ein Teil des möglichen Erweiterungsgebietes der Gemeinde. Wo sich der Abbau ausdehnen darf, entscheidet der Regionalrat voraussichtlich im Oktober.

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