Fast ein halber Meter: Kritik an Einstiegshöhe in Züge am Bahnhaltepunkt Ahrweiler

Fast ein halber Meter : Kritik an Einstiegshöhe in Züge am Bahnhaltepunkt Ahrweiler

Der Einstieg vom Bahnsteig in die Züge am Bahnhaltepunkt Ahrweiler Markt ist fast ein halber Meter hoch. Daniel Köbler, inklusionspolitischer Sprecher der Grünen im Landtag, hat die Situation vor Ort begutachtet.

Der Bahnhaltepunkt Ahrweiler Markt hat es in sich. Wer durch das Adenbachtor kommend zu den Bahnsteigen will, hat eine 18-Prozent-Steigung vor sich. Die Rampe auf der Südseite der Adenbachbrücke zu den Gleisen nach Remagen hat 17 Prozent, die Treppe auf der Nordseite 15 Prozent. Und auf den Bahnsteigen müssen die Fahrgäste zwischen 45 und 48 Zentimeter überwinden, ehe sie im Zug sind.

Grund für die Grünen im Kreis Ahrweiler, das Thema immer wieder aufzugreifen. Ende Februar hatten sie Matthias Rösch, Landesbeauftragter für die Belange von Menschen mit Behinderungen, den Missstand vor Augen geführt. Rösch, selbst Rollstuhlfahrer, konnte den Bahnsteig in Richtung Dernau wegen der dortigen Treppe erst gar nicht erreichen.

Das konnte am Sonntagmorgen zwar Daniel Köbler, inklusionspolitischer Sprecher der Grünen im Mainzer Landtag, doch Begeisterung über die Bahn sieht anders aus. „Das ist der absolute Wahnsinn“, gab der Mann aus Mainz den Demonstranten Recht, die mit Schildern deutliche Kritik an dem 45 bis 48 Zentimeter hohen Einstieg vom Bahnsteig in den Zug Kritik übten. „Zugang nur für Bergsteiger“ oder „Bahnhof für Hochleistungssportler“ war dort zu lesen.

Zumindest in Sachen Einstiegshöhe soll es bis zur Landesgartenschau 2022 eine Lösung geben. Das hat die Deutsche Bahn Station & Service AG als Eigentümerin des Bahnhaltepunktes dem Mainzer Verkehrsminister Volker Wissing und auch der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler versichert. Letztere hat größtes Interesse an einer Lösung, denn nur rund 100 Meter vom Bahnhaltepunkt Ahrweiler Markt entfernt befindet sich mit dem alten Wallgraben ein Teilstück des Gartenschaugeländes. Das unterstrich beim Ortstermin mit Köbler auch Ahrweilers Ortsvorsteher Peter Diewald. Der designierte Erste Beigeordnete der Kreisstadt machte auch mit Blick auf die nicht barrierefreien Rampen klar: „Das Problem ist, die Bahn zu bewegen.“

„Die Ideallösung wäre natürlich eine fast ebenerdige Zuwegung über ein an den südlichen Bahnsteig grenzendes Grundstück“, sagte Grünen-Stadtrat Wolfgang Schlagwein. Und sein Ratskollege Scheuer berichtete von einem vorsichtigen Vortasten der Stadt in diese Richtung. „Das wird schwierig“, hatte Jens Heckenbach aus dem Bauamt der Kreisstadt wegen der Eigentumsverhältnisse bereits zu Rösch gesagt. Er würde zumindest gern die Treppe zum Bahnsteig nach Dernau mit Keilen versehen. Diese werde damit zwar nicht barrierefrei, aber zumindest stufenfrei und damit befahrbar.

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