Ganz Erpel ist ein Blütenmeer: Winzerfest in Erpel schließt mit einem Festzug ab

Ganz Erpel ist ein Blütenmeer : Winzerfest in Erpel schließt mit einem Festzug ab

Zum Abschluss des Winzerfests ziehen rund ein Dutzend Prunkwagen und viele fantasievoll kostümierte Gruppen im Korso durch den Ort. Die Weinkönigin Anne Wagener trägt sich in das Goldene Buch ein.

Als deutsches Nizza hätte Erpel am Sonntag seiner Nachbarstadt Bad Honnef locker den Rang ablaufen können. Zumindest, wenn man den bunten Blumenkorso des Ortes für einen Vergleich mit dem mondänen Städtchen an der Côte d'Azur heranzieht. Zwölf fantasievoll kostümierte Fußgruppen begleiteten am Nachmittag 13 Prunkwagen, deren Motive aus einem Blumenmeer von gut 80 000 Blüten sich auf das Festmotto „Deutscher Wein – vielfältig & fein“ bezogen. Diesen Höhepunkt des Erpeler Winzerfests wollten sich Tausende Besucher nicht entgehen lassen.

Im Fackelzug waren die Erpeler Weinkönigin Anne Wagener mit ihren Weinprinzessinnen Eva Siebertz und Tatjana Krämer sowie Bacchus Andreas Schwager am Freitagabend in das Weindorf am Rathaus eingezogen, um das Weinfest zu eröffnen. „Egal, ob Jung oder Alt, Groß oder Klein: Lasst uns heut' zusammen sein bei einem guten Glase Wein. Genießt die Zeit, genießt das Leben im schönen Erpel, der Herrlichkeit am Rhein. So lasst uns nun die Gläser heben und stimmt alle fröhlich mit ein: Zum Wohle!“, hatte die Majestät ihre Gäste aufgefordert.

Mit diesem Trinkspruch, mit dem bereits 25 Jahre zuvor ihre Mutter Claudia Erpel repräsentiert hatte, trug sich die Weinkönigin am Sonntag beim Empfang nach der Festmesse auch in das Goldene Buch des Ortes ein. „Wir haben schon zwei tolle Tage erlebt und freuen uns mächtig auf das Highlight, den Blütenkorso“, so Anne I. Nur wenige Stunden später hatte sie auf ihrem Prunkwagen hinter ihren Weinprinzessinnen Platz genommen und ließ den Festzug an sich vorbeidefilieren.

Bühnenfeuerwerk bildet den Abschluss

In rabenschwarze „Traubenliebhaber“ hatten sich die Messdiener verwandelt, die mit den Gärtnerinnen der Prinzengarde den Mottowagen umgaben. Hoch auf ihrer zinnenbewehrten Burg residierte als Repräsentantin der Region die Mittelrhein-Weinkönigin, Daniela Simon, deren höfisches Ehrengeleit die „Herzdamen“ der KG bildeten.

Hinter den Weinberglagen „Kröver Nacktarsch“ und „Zeller Schwarze Katz“ sowie der Wehlener Sonnenuhr kullerten die Möhnen als Moselwein-Flaschen hinterher, dicht gefolgt von den kleinen Bewohnern des „Regenbogenlands“, die sich als „Rheinhessen“ in „Oppenheimer Kröten“ verwandelt und offensichtlich gerade den gleichnamigen Brunnen vor dem Trullo verlassen hatte. Als Deidesheimer Mäuse krabbelten die Drittklässler durch das Deutsche Weintor auf die Deutsche Weinstraße.

Aus dem „Randersackerer Teufelskeller“ hatte der fränkische Bockbeutel-Satan seine kleinen Teufelchen aus dem zweiten Schuljahr befreit. Die hatten keine Angst vor den „Leev Pänz“, die als Dasensteiner Hexen den Kaiserstuhl und den Bodensee unsicher machten. Von dort zurück zum nördlichen Mittelrhein führten die Viertklässler, denen die Silber-Weinkönigin Claudia, vor einem mächtigen Weißweinglas thronend, folgte.

Sie passierte Bacchus, der mit Tochter Verena und Celina Lenz zwei Bacchantinnen in seinen Streitwagen hatte locken können. Seinem Ehrengeleit aus römischen Senatoren und Feldherren vom Elferrat und den Stadtsoldaten folgten die Junggesellen. Mit den Dahlien „Herrlichkeit Erpel“ und „Erpeler Ley“ zündete schließlich der Abschlusswagen ein letztes, in Rottönen changierendes Blütenfeuerwerk.