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Doppelte Regentschaft in Linz: Stadt Linz sagt Winzerfest 2020 ab

Doppelte Regentschaft in Linz : Stadt Linz sagt Winzerfest 2020 ab

Nach Rhöndorf und Unkel sagt auch die Stadt Linz ihr Weinfest wegen der Corona-Pandemie ab.

Es war wahrlich kein Termin, der Freude auslöste: Am Montag gaben Stadtbürgermeister Hans Georg Faust sowie die Beigeordneten Helmut Muthers, Michael Schneider und Karl-Heinz Wölbert bekannt, dass auch das Linzer Winzerfest der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Auflagen zum Opfer fällt.

Zwar hätte das Winzerfest am zweiten Septemberwochenende und damit nach dem Verbot aller Großveranstaltungen bis Ende August stattgefunden. „Aber es wäre angesichts des überproportional großen Gesundheitsrisikos aus meiner Sicht nicht vertretbar, das Fest steigen zu lassen“, so Faust.

Damit folgte Linz den anderen Weinfestorten der Region wie Unkel oder Rhöndorf. Dabei sah es lange so aus, als ob Linz eine Ausnahme machen würde. Während neben der Rathaustür ein Plakat seit Wochen darauf hinwies, dass Veranstaltungen wie das Altstadtfest, der Antik- und Trödelmarkt, das Drehorgelfest oder das Sommerfestival abgesagt sind, fehlte das Winzerfest auf dieser Liste.

„Das Winzerfest lebt von den Gesprächen der Gäste in gemütlich-familiärer Nähe und von dem Ausschank in oder an den Weinständen. Dabei würde der Alkohol wohl dazu führen, alle erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen hinsichtlich einer Gesundheitsgefährdung zu missachten“, so Faust.

So ganz ohne Glanz und Gloria wollte er den Termin nicht verstreichen lassen. Die noch amtierende Weinkönigin Jana Gillrath und ihre Nachfolgerin 2021/22, Victoria Heckenbach, nahmen teil.

Zwei Weinköniginnen

Nur aus Platzgründen hatten diese darauf verzichtet, ihre Prinzessinnen – Rabea Gillrath und Maj Zimmermann sowie Vanadis Thees und Yasmin Sieger – mitzubringen. Laut Faust wollte man Jana durch die Absage nicht um eine zweite Amtszeit bringen. Andererseits habe die Weinkönigin private Termine, die es ihr unmöglich machten, das Amt auch 2021 komplett zu übernehmen.

So strebt die 24-Jährige im Herbst ihr Staatsexamen in Humanmedizin an. Entsprechend hat sie sich mit ihrer Nachfolgerin darauf verständigt, sich das Amt 2021 zu teilen. Faust: „Wir stehen zeitlich noch ganz am Anfang der Bewältigung dieser Pandemie, deren Ende erst mit einem Impfstoff in Sicht sein wird.“ Dies müssten alle Vereine, nicht zuletzt die Karnevalisten, sehen. Faust: „Linz soll nicht in einem Atemzug mit Ischgl und Heinsberg genannt werden.“