Aufklärungskampagne in der Verbandsgemeinde: Plakat-Aktion warnt in Unkel vor falschen Polizisten

Aufklärungskampagne in der Verbandsgemeinde : Plakat-Aktion warnt in Unkel vor falschen Polizisten

Die Verbandsgemeinde Unkel unterstützt die Polizei bei einer Aufklärungskampagne. Betrüger ergaunern Wertsachen und Geld.

Die Masche der Betrüger ist nicht neu, aber leider immer noch sehr erfolgreich: Falsche Polizisten verunsichern ihre Opfer über das Telefon und gelangen durch einen Trick an deren Geld und Wertsachen. Das Polizeipräsidium (PP) Koblenz hat daher die Kampagne „Mit mir nicht!“ ins Leben gerufen, mit der auf die Machenschaften und das Vorgehen solcher Betrüger aufmerksam gemacht werden soll.

Auch in der Verbandsgemeinde (VG) Unkel werden nun flächendeckend Plakate verteilt, die Kriminalhauptkommissar Eduard Sprenger nun dem Leiter des Ordnungsamtes der VG, Christoph Heck, sowie Bürgermeister Karsten Fehr übergeben hat. „Wir haben insgesamt 6.000 Plakate drucken lassen mit sechs verschiedenen Motiven“, teilte Claudia Müller von der Pressestelle des PP Koblenz mit.

Diese seien inzwischen an die Städte und Gemeinden verteilt worden. „Wir wollen alle Bürger für das Thema sensibilisieren und gemeinsam dagegen vorgehen“, sagte Müller zu den Hintergründen der Kampagne. Angesprochen werden sollen nicht nur die älteren Menschen, die die vornehmliche Zielgruppe der Täter bilden, sondern auch Angehörige und Bankmitarbeiter. In der VG Unkel werden die Bürger nicht nur über die Papierplakate informiert, sondern auch mit einem Bild auf dem großen Monitor im Einwohnermeldeamt, heißt es von der Verbandsgemeindeverwaltung.

Mehr als 800 Anrufe im ersten Halbjahr

Die Betrüger zielen mit ihrer Masche darauf ab, mit erfundenen Geschichten das Vertrauen der Opfer zu gewinnen. Ein Beispiel: Ein vorgeblicher Polizist ruft bei einem potenziellen Opfer an, bevorzugt Senioren, und behauptet, in der Nachbarschaft seien Einbrecher festgenommen worden. Bei diesen sei eine Liste gefunden worden, auf der auch der Name des Angerufenen stehe. Nach dem Hinweis, dass die Wertsachen im eigenen Haus nicht mehr sicher seien, folgt der Vorschlag, diese den falschen Polizisten zur Aufbewahrung zu übergeben. Noch immer hätten die Betrüger mit dieser Masche viel Erfolg, so die Kripo.

Allein im ersten Halbjahr dieses Jahres seien dem Polizeipräsidium in Koblenz mehr als 800 solcher Anrufe gemeldet worden. In sechs Fällen hätten die Täter Beute gemacht; der Gesamtschaden liegt laut Polizei bei rund 107.000 Euro. In den insgesamt neun Fällen in 2018, in denen die Betrüger mit ihrer Masche erfolgreich waren, seien Geld und Wertsachen im Gesamtwert von etwa 239.000 Euro erbeutet worden.

Die Polizei setzt auf Aufklärung: „Wir müssen wieder etwas tun und auch Jüngere ansprechen“, sagte Müller.

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