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Modellbahnverein zieht um: Neues Modellbahnvereins-Domizil in Rheinbreitbach

Modellbahnverein zieht um : Neues Modellbahnvereins-Domizil in Rheinbreitbach

Die Eisenbahnfreunde Wied-Rhein richten zurzeit Vereinsräume an der Hauptstraße ein. Im Bürgersaal veranstalteten sie unterdessen ihre Kauf- und Tauschbörse.

Wer auf Eisenbahnromantik steht, der war am Sonntag bestens aufgehoben im Bürgersaal von Rheinbreitbach bei der Kauf- und Tauschbörse der Eisenbahnfreunde Wied-Rhein. Die Stände waren vollgeladen mit Modelleisenbahnschätzen: Schienen in allen Längen und Formen, Transformatoren, Dampfloks und moderne ICE-Züge, Waggons, Brücken und Tunnel, Fachwerkhäuser und Paläste, Fabriken und Kirchen und natürlich Bahnhöfe.

Auch die Zutaten für ein Freibad, Bäume und Sträucher für Berglandschaften und jede Menge Fahrzeuge im Mini-Format waren zu haben. Besonders umlagert war die Spielanlage, die der Verein stets besonders für die jungen Besucher aufbaut.

„Der Zug kann auch rückwärts fahren. Den Trafoschalter einfach einmal zurück auf Null drehen und dann wieder hoch“, erklärte ein erfahrener Modellbauer einem Nachwuchs-Lokführer. Der musste allerdings auch lernen, dass alle Waggons richtig auf den Gleisen stehen müssen, wenn der Zug grünes Licht bekommen soll.

„Es ist schön zu sehen, dass Modelleisenbahnen jungen Besuchern immer noch unheimlich Spaß bereiten“, freute sich der Vereinsvorsitzende Wolfgang Duwe. Die Eisenbahnfreunde renovieren gerade ihr neues Clubheim in Rheinbreitbach im Haus Hauptstraße 16, berichtete Duwe. „Wahrscheinlich Ende Mai können wir einziehen“, freute sich Mitglied Heinz-Jürgen Ehrlich.

Eigenes Computerprogramm steuert die Vereinsanlage

„Wenn wir dort unsere Anlage aufgebaut haben, können wir auch wieder verstärkt Nachwuchsarbeit betreiben und leichter neue Mitglieder werben“, so der Rheinbreitbacher. Die Trixi-Express-Anlage des Vereins werde dann von Georg Dankesreiter mit einem selbst entwickelten Computerprogramm digitalisiert, das erheblich umfangreicher sei als käufliche Systeme.

„Äußerlich bleibt aber alles auf dem historischen Stand der 60er Jahre. Man drückt wie bisher weiter auf Tasten, und dieser Befehl wird dann umgewandelt in digitale Schaltprotokolle. Der PC entscheidet, ob der jeweilige Zug freie Fahrt bekommt oder nicht“, so Duwe.

Auch bei dieser Börse war der Verein „Aktion Glückliche Kinder“ mit einem Stand vertreten. Johann Wallner verkauft gespendete Modellbahnartikel für den guten Zweck. Manche Spende müsse er erst funktionstüchtig machen, aber ihm würden auch Neuteile in der Originalpackung übergeben. „Ich veranstalte jeden ersten Samstag im Monat eine kleine Börse“, berichtete er.

Immer wenn er 500 Euro zusammenhabe, gingen diese an ein stationäres Kinderhospiz. Bedacht werden im Wechsel das „Bärenherz“ in Wiesbaden, „Sterntaler“ in Speyer, „Balthasar“ in Olpe oder „Regenbogenland“ in Düsseldorf.

„Es ist unheimlich anrührend, wie viel Lebensfreude die todkranken Kinder haben können“, berichtete Wallner von seinen Besuchen in den Hospizen. Bei der Modellbahnbörse am Sonntag, 22. September, in der Linzer Stadthalle ist er wieder dabei.