Zille-Atmosphäre und kölsche Tön: Linz veranstaltet Internationales Drehorgelfest

Zille-Atmosphäre und kölsche Tön : Linz veranstaltet Internationales Drehorgelfest

Es ist ein buntes Völkchen mit seinen nicht alltäglichen Instrumenten, das zurzeit Linz bevölkert. Mehr als 50 Leierkastenspieler kurbeln beim Drehorgelfestival in allen Ecken der Stadt.

Mit dem 35. Internationalen Drehorgelfest, das an Christi Himmelfahrt von Stadtbürgermeister Hans-Georg Faust und der Leiterin der Tourismusinformation, Janine Petit, um 10 Uhr vor dem Linzer Rathaus eröffnet wurde, unterstreicht die Bunte Stadt am Rhein erneut im wahrsten Wortsinn, dass sie "den Dreh raus hat". Die weit über 50 Leierkastenmänner und -frauen aus dem gesamten Bundesgebiet und den europäischen Nachbarländern kurbeln auch an diesem Samstag und Sonntag jeweils ab 10 Uhr in der historischen Altstadt und verbreiten Berliner Zille-Atmosphäre. Aber auch manche kölsche Tön sind zu hören.

"Drehorgeln passen einfach sehr gut hierher in diese historische Kulisse, und da die Leierkastenleute in der Regel lustige Musik verbreiten, tragen sie auch zu der fröhlich-bunten Vielfalt in unserem Städtchen bei", so Faust. Sein besonderer Willkommensgruß galt dem Chef des Organisationsteams, dem Aachener Christoph Hübner. "Wie man sehen kann, sind wir ein überaus buntes Völkchen – aber Bürgermeister Faust kommt ganz in schwarz gekleidet daher", bemängelte Hübner mit einem Schmunzeln . Daher rief er "Gerardo", den Leierkastenmann für alle Fälle, auf den Plan.

Der zauberte in Windeseile einen gelben Luftballon-Papagei herbei und setzte diesen dem Stadtchef auf die Schulter. "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin", leierte Faust, nachdem die „Highland Ca-thedral“-Melodie verklungen war, natürlich als Liebeserklärung der Drehorgelspieler an Linz mit dem Bläck-Fööss-Text: "Du bess die Stadt, op die mer all he stonn." Dann machten sich die meisten Drehorgelspieler mit ihren intarsienverzierten Bacigalupos und Raffins, Harmonipans und Deleikas auf den Weg, ihre Positionen zwischen Rhein- und Neutor zu beziehen.

"Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus?", fragte das Orgelduo Martina und Erwin, dabei mussten die beiden, die die Einnahmen ihres Klingelbeutels der Hilfsaktion "Hunger in Afrika" spenden, ihre Instrumente nur bis zum Buttermarkt schieben.

An ihnen zogen Christl und Lothar Strüwe vorbei, die angesichts der steilen Neustraße ihre große Trompetenorgel in Köln gelassen hatten. Dafür konnten sie erstmals ihre Harmonipan präsentieren, deren alten Seiten- und Frontteile aus Holz von einem Orgelbauer durch Acrylglas ersetzt worden waren. "Früher wurden wir immer wieder gefragt, wo denn unser Musikrecorder stehen würde. Jetzt kann man sehen, wie die Ventile der Windlade und das Pfeifenwerk die Töne hervorbringen", sagte der Leierkastenmann, während einer seiner Kollegen flehte: "Rosamunde, schenk mir dein Herz und sag Ja. Rosamunde, frag doch nicht erst die Mama!"

Internationales Drehorgelfest in Linz, noch am Samstag und Sonntag, 1. und 2. Juni, jeweils ab 10 Uhr. Weitere Infos gibt es auch hier.

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