Vielfalt längst Realität: Interkulturelle Woche ist auch in Unkel vertreten

Vielfalt längst Realität : Interkulturelle Woche ist auch in Unkel vertreten

Mit einer Kinderbilderausstellung, einem Filmabend und einem internationalen Sommerfest trägt der Kontaktkreis Flüchtlinge der Verbandsgemeinde Unkel zum bundesweiten Motto "Vielfalt verbindet" bei.

„Vielfalt verbindet“ lautet das Motto der bundesweiten Interkulturellen Woche (IKW). Mit eigenen Veranstaltungen beteiligt sich daran auch der Kontaktkreis Flüchtlinge der Verbandsgemeinde (VG) Unkel um Detlev Cosler, Aynur Ergin, Sibylle Meyer und Anja Riehm sowie dem Flüchtlingsbeauftragten der VG, Andreas Nagel. Auftakt waren die Eröffnung der Ausstellung „Kinderbilder von anderen Ländern und Menschen“ im Foyer des Verwaltungsgebäudes und die deutsch-arabische Lesung von Zachary Gallant aus seinem Kinderbuch „Krieg“ im Ratssaal.

Anja Riehm erläuterte: „Sein kleines Buch, der Versuch, Kindern in Reimform den Krieg zu erklären und aufzuzeigen, was jeder für den Frieden tun kann, gibt es bereits auf Englisch und Arabisch. Für die deutsche Übersetzung hat unser aus Baltimore stammendes Mitglied, das seit drei Jahren in Unkel lebt, noch keinen Verlag gefunden.“ Gerade aus Krisengebieten wie Georgien und Palästina zurückgekehrt, war der heute 32-Jährige vor einiger Zeit von seinem achtjährigen Cousin gefragt worden, warum dort Krieg herrsche. Und schon hatte sich Gallant an die Arbeit gemacht, eine kindgemäße Antwort zu formulieren.

Kinder malten, bastelten und schrieben ein Buch

"Absolut begeistert“ von den ausgestellten Arbeiten der Kindergartenkinder aus Unkel und Rheinbreitbach zeigte sich der Erste Beigeordnete Heinz Schmitz, der VG-Chef Karsten Fehr vertrat. Masken aus Afrika hatte die Scheurener Pantaleon-Kinder beigesteuert, Rhinozerosse und Giraffen, Elefanten und Affen sowie Hütten hatten die Rheinbreitbacher Sonnenschein-Kinder gebastelt, nachdem sie die Eltern ihrer ausländischen Kameraden gefragt hatten, wie deren Vorfahren lebten. „Einer für alle, alle für einen“ war das Motto der Maria-Magdalena-Kita. „Allerdings ging es bei diesem Kinderbuch nicht um Musketiere, sondern um vier Tiere, die alle Handicaps haben, die sie aber nicht daran hindern, etwas Tolles zu schaffen, weil sie zusammenhalten“, berichtete Sibylle Meyer.

Der Unkeler Marien-Kindergarten wiederum berichtete an seiner Stellwand von seinen „Vorlesemorgen“ mit den Eltern. „Bei uns sind 15 Nationalitäten vertreten, Türöffner ist da das Auf-die-Eltern-Zugehen und sie zu Aktivitäten einzuladen“, berichtete Kita-Leiterin Silvia Hummerich-Holderer. So konnte man neben Fotografien asiatische Schriftzeichen und Geburtstagslieder in allen erdenklichen Sprachen bestaunen.

„Für unsere Kitas würde das Motto treffender 'Vielfalt leben' lauten, denn bei ihnen ist kulturelle Vielfalt hochwillkommen und die Integration längst erfolgreich umgesetzt worden“, resümierte Meyer. Sie wies besonders auf das Kochbuch mit Rezepten aus aller Welt hin. Beim Sommerfest war das internationale Buffet auf so viel Resonanz gestoßen, dass sie die Rezepte bei den Köchen erfragt und in dem Buch zusammengestellt hat. Das Kochbuch kann für drei Euro erworben werden.

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