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Lioba Lang stellt in Linz aus: Installationen in der Linzer Galerie Prova

Lioba Lang stellt in Linz aus : Installationen in der Linzer Galerie Prova

Zwischen Utopie und Realität: Die gelernte Steinbildhauerin Monika Lioba Lang zeigt derzeit ihre Werke in der Galerie Prova in Linz unter dem Titel „Utopischen Überlegungen“

Tauben bevölkern den Eckraum im Erdgeschoss der Galerie Prova in Linz, die dem Kunstverein Asyl gewährt. Dessen Kurator Michael Royen ist es gelungen, die gelernte Steinbildhauerin Monika Lioba Lang, die nach ihrer Lehre bis 2004 ein Studium an der Kunstakademie Münster absolviert hat, mit ihren „Utopischen Überlegungen“ nach Linz zu holen.

Mitgebracht hat sie etwa die Installation „Esprit“ mit auf Acrylglas gedruckten Tauben. Teils zeigt Lang sie flatternd im Anflug, teils picken die Tiere Erbsen vom Boden auf, die in großen Druckbuchstaben das Wort „Hilfe“ bilden. Es bleibt dem Betrachter überlassen, ob er in den Tieren die Rettung versprechenden Friedenssymbole oder aber Krankheiten übertragende „Ratten der Lüfte“ sieht, die einen verzweifelten Hilferuf verzehren.

Den Standspiegel auf einem provisorischen Schminkkommoden-Unterbau im ersten Raum der Galerie hat Lang zu einer Art Stickrahmen umfunktioniert. Wie aus groben Kreuzstichen gestickt wirkt das Frauenporträt aus Kunststoffpartikeln. Das erinnert an „Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge“ des berühmten Barockmalers Jan Vermeer van Delft, ohne dass man das namengebende Schmuckstück eindeutig erkennen könnte. Anstelle des gelben herabfallenden Turbantuchs wie beim Ölbild des Niederländers quillt eine dicke Haarmähne aus Polybändern in allen Regenbogenfarben aus der Rückseite des Spiegels und ergießt sich über den Boden. Im dritten Raum der Galerie erwartet der „Fallschirm“ die Besucher. Durch die aus getragenen, mit Spitzen durchsetzten und nicht mehr ganz weißen Brautkleidern zusammengesetzte Rundkappe des Schirms ist eine Bombe zu Boden geglitten – offensichtlich ohne Schaden anzurichten.

Damit erinnert die Installation an die Komödie des griechischen Dichters Aristophanes aus der Zeit des Peloponnesischen Krieges. Darin wenden sich die Frauen Athens um „Lysistrata“, die Heeresauflöserin, gegen die Männer als Verursacher von Krieg und die damit verbundenen Leiden. Sie besetzen die Akropolis und erreichen durch sexuelle Verweigerung, dass ihre Männer den Krieg gegen Sparta beenden. Vielleicht eine der Überlegungen, von denen sich Lang wünscht, sie vom Reich der Utopien in die Realität zu übertragen.

Die Ausstellung des Kunstvereins „Utopische Überlegungen“ von Monika Lioba Lang ist in der Linzer Galerie Prova, Vor dem Leetor 26, noch bis Samstag, 16. September, donnerstags und freitags in der Zeit von 17 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr zu sehen