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Feuer in Unkel: Werkstatt steht in Flammen - Drei Verletzte

Feuer in Werkstatt : Drei Verletzte bei Großbrand in Unkel

In einer Werkstatt in Unkel ist am Freitagabend ein Feuer ausgebrochen. 148 Wehrleute sind ausgerückt, drei Personen wurden teils schwer verletzt. Anwohner sollten Fenster und Türen geschlossen halten.

Ein Schwerverletzter, der mit Verbrennungen von Rettungskräften per Hubschrauber in eine Spezialklinik geflogen wurde, und zwei Leichtverletzte mit Rauchvergiftungen, eine völlig ausgebrannte Lagerhalle, die von Privatpersonen als Autowerkstatt angemietet worden war, sowie erhebliche Schäden an dem Nachbargebäude, der ehemaligen Gaststätte „Golfklause“: Das ist das Ergebnis des Großbrandes, dem am Freitagabend insgesamt 148 Einsatzkräfte in Unkel zu Leibe gerückt sind. Genau um 21 Uhr schrillten die Sirenen. „Ein Gebäude an der Linzer Straße neben dem Parkplatz des Bürgerparks am BHAG-Sportplatz brennt“, war der Unkeler Feuerwehr gemeldet worden. Diese alarmierte unmittelbar nach ihrer Ankunft am Einsatzort angesichts der enormen Rauchentwicklung vorsorglich ihre Kameraden der übrigen vier Löschzüge der VG Unkel nach.

„Wir konnten auf der B 42 schon ab der Kreuzung Mühlenweg auf Sicht fahren“, beschrieb der Rheinbreitbacher Andreas Nagel, Pressesprecher der Feuerwehr Unkel, die Situation am frühen Freitagabend. Entsprechend der dunklen Wolken am Nachthimmel und der auflodernden Flammen alarmierte der Unkeler Wehrleiter Ralf Wester relativ zügig die Bad Honnefer Kollegen mit der Drehleiter. Wester hatte als langjähriger Stellvertreter von Ulrich Rechmann erst vor kurzem dessen Nachfolge angetreten. Wenig später verstärkten neben dem Löschzug aus Neustadt/Wied auch noch vier Löschzüge der Linzer Wehr samt ihrem Teleskop-Gelenkmast die Einsatzkräfte, die den Brand so von zwei Seiten effektiv bekämpfen konnten. So verhinderten sie ein Übergreifen der Flammen auf ein benachbartes Wohnhaus.

Wegen der starken Rauchentwicklung hatte der Kreisfeuerwehrinspekteur Holger Kurz über die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes, kurz Warnapp „Nina“, eine vorsorglich Warnung für beide Rheinseiten ausgegeben. Vor Ort waren neben Kurz auch Landrat Achim Hallerbach und Bürgermeister Karsten Fehr zusammen mit seinem Stellvertreter Jörg Alfter. Im Einsatz war außerdem der Gefahrstoffzug des Kreises. Dieser nahm in dem umliegenden Gegend des Brandes punktuell Messungen vor, konnte aber schnell Entwarnung geben.

„Um 23 Uhr war das Feuer unter Kontrolle, die Löscharbeiten dauerten aber noch an. Bis 4.30 Uhr waren dann nur noch die Unkeler Kollegen im Einsatz und fluteten den Ort abschließend mit Schaum“, berichtete Nagel. So sollte ein nachträgliches Aufflackern des Brandes verhindert werden, der sich aber als überaus hartnäckig erwies. So musste die Polizei, die Freitagnacht wegen der starken Hitzeentwicklung noch nicht mit der Untersuchung der Brandursache hatte beginnen können, die Feuerwehr am Samstagvormittag gegen 10.30 Uhr wegen eines Nachbrandes alarmieren. Dieser konnte jedoch schnell wieder unter Kontrolle gebracht werden. „Genaue Erkenntnisse, weshalb das Feuer am Freitagabend ausgebrochen ist, werden der Neuwieder Polizei frühestens im Laufe des Sonntags vorliegen“, wies der Pressesprecher der Unkeler Wehr alle Spekulationen über eine mögliche Brandursache zurück. Zusammen mit dem DRK-Ortsverein Bad Honnef sowie weiteren Rettungskräfte, mit der Polizei und dem Ordnungsamt waren insgesamt rund 180 Personen im Einsatz.