Große Erpeler Karnevalsgesellschaft: Die Beinrasur ging Hans III. denn doch zu weit

Große Erpeler Karnevalsgesellschaft : Die Beinrasur ging Hans III. denn doch zu weit

Prinz "Neubürger" Hans III. (Kahlen) ist die neue Tollität der Alten und Freien Herrlichkeit. Damit sitzt "en einjebürgerter Ööcher" anstelle des Niederländers Karel I. "van de Vollen Blaos" auf dem Narrenthron von Erpel. Zum Sessionsstart im Bürgersaal präsentierte der Vorsitzende der Großen Erpeler Karnevalsgesellschaft (GEK), Uwe Kochems, der Narrenschar ihren neuen Herrscher.

Nach der Laudatio seines Vorgängers war der neue Regent mit seinen Ehrendamen, Tochter Kerstin (Wolf) und Sandra (Schürmann), sowie den Adjutanten, den Ex-Prinzen Günter Witten als Säckelmeister und Andreas Schwager als "Terminator", eingezogen - und hatte statt Strüßjer großzügig Aachener Printen ins Volk geworfen.

"Die Erpeler trauen sich wieder", hatte der scheidende Prinz als neues Elferratsmitglied die Jecken von der Ley gelobt: die "Fremdherrschaft" aus seiner Heimat Nimwegen habe nun ein Ende gefunden. Viele Informationen über seinen Nachfolger habe er zwar nicht bekommen, es stehe aber fest, dass die Tollität aus dem Erpeler Vereinsleben längst nicht mehr wegzudenken sei.

"Euer Prinz liebt das Leben, Kölsch und Wein und ist als helfende Hand immer da, wo es etwas zu tun gibt", verriet Karel Harmesen, ohne Namen zu nennen. Das aber trifft auf einige Erpeler zu. Erst die Hinweise, nicht Rot-Weiß, sondern Blau-Gelb seien die närrischen Farben der neuen Tollität als echt "Ööcher Print" und dass diese ihren Smart über alles liebe, machten klar, wer gemeint war.

"Alaaf, Ihr Jecke hier im Saal. Ihr seid et selber schuld. Ihr habt mich gewählt, jetzt müsst Ihr mit mir die Session lang auskommen", wandte sich Hans III. an die Narrenschar. Er stehe da "im Ornat der Herrlichkeit, in Pluderhosen, dünnen Beinen, kurz ein Anblick fast zum Weinen!" Er sei ein "zusammengestellter" Prinz: Die Mütze habe er von seinem Freund Günter Witten, das Ornat habe die GEK gestellt, und die roten Schühchen seien von Uwe Kochems.

Nur die weißen Dehn-Strümpfe habe er selber gekauft. "Da hat man mir zunächst welche angeboten, die nicht blickdicht waren und mir geraten, die Beine zu rasieren. Aber auch wenn ich Prinz bin, bleibe ich doch noch Mann", sagte Hans III., bevor er verriet, wie er in Erpel "gelandet" sei. Als er eines Tages bei einer Fahrt am Rhein entlang hinter die dicken Mauern geblickt habe, habe ein Zelt mitten auf der Straße gestanden. "Wo zum Feiern der Verkehr blockiert wird, da bleibe ich", habe er beschlossen, Erpeler zu werden.

Und so regiert der eingebürgerte Aachener denn auch die Jecken von der Ley unter dem Motto: "Mir donn nit lamentiere, sondern danze, laache, fiere. Un singe bei Bier und Wing in Erpel, der Perle am Rhing!"

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