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Internationales Workcamp: Arbeitseinsatz auf dem historischen Linzer Friedhof

Internationales Workcamp : Arbeitseinsatz auf dem historischen Linzer Friedhof

Die Sonne brannte auf die alten Gräber entlang der Stadtmauer nahe der Linzer Martins-Basilika. Schon um 11 Uhr herrschten mehr als 30 Grad. Das aber hielt die zwölf jungen Teilnehmer des Workcamps der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (IJGD) nicht von ihrer Arbeit im Tilman-Joel-Park ab.

Die 16- bis 22-Jährigen aus Frankreich, Italien und Spanien, Russland und Serbien, aus Mexiko, den USA und Südkorea gestalteten mit den IJGD-Gruppenleiterinnen Isabelle von Fintel und Eda Yildirim einen Teil der 136 verwilderten Grabstellen des ehemaligen Linzer Friedhofs.

„Unser Bauhof ist nicht in der Lage, das große Areal zu bearbeiten, das die Katholische Kirche der Stadt Anfang des Jahrtausends auf 30 Jahre verpachtet hat. Entsprechend ist der Tilman-Joel-Park mit seinen Jahrhunderte alten Grabstellen in einem sehr unwürdigen Zustand“, sagte Stadtbürgermeister Hans Georg Faust, der sich mit seinen Beigeordneten Michael Schneider und Karl-Heinz Wölbert sowie der IJGD-Referatsleiterin Nicole Thönnes über die Arbeiten informierte.

Bauhofmitarbeiter helfen mit

Den Kontakt zu dem gemeinnützigen Verein hatte Elfriede Lützeler von der Bürgerinitiative „Linz gestalten – Leben in der Altstadt“ hergestellt. Bauhofleiter Guido Rings berichtete, es werde Material, Werkzeug und Schutzkleidung zur Verfügung gestellt. Gärtnerische Tipps erhielten die Jugendlichen von Bauhofmitarbeiterin Julia Framke. Deren Kollege Pedro Manuel De Almeida-Silverio hatte zuvor geplant, wie die Gräber gestaltet werden sollten.

Unkraut und alte Erde trugen die jungen Freiwilligen ab, brachten frische Erde auf und Wurzelvlies gegen neuen Unkrautbewuchs, setzten Pflanzen und versorgten sie mit Nährstoffen und Wasser. Nur einzelne Gräber wie das des früheren Stadtrats- und Kreistagsmitglieds, Else Peerenboom-Missong, wurden mit Zierblumen und Sträuchern bepflanzt.

Andere erhielten Bodendecker oder Kies, denn die weitere Pflege der Gräber solle den Bauhof nicht überfordern, so Faust, der das Engagement der jungen Leute lobte. „Die Gruppe ist nicht nur unheimlich motiviert, sondern arbeitet auch sehr harmonisch zusammen, was sich natürlich auch auf die Freizeit auswirkt“, berichtete Yildirim.

Für das Workcamp in Linz hatten Lützeler und Wölbert ein Begegnungsprogramm organisiert und auch Vereine eingebunden wie die Sebastianus-Schützen und die Feuerwehr. Die meisten Gastgeber beschränkten sich auf Unterkunft und Verpflegung, „dass eine Stadt die Ideen unseres Vereins so mitträgt, habe ich selten erlebt“, schwärmte Nicole Thönnes. Die IJGD wollen mit ihren Projekten Vorurteile bei Jugendlichen verschiedener Nationen, sozialer Schichten, Religionen und Weltanschauungen abbauen und zur Völkerverständigung beitragen.