Sanierung nach Brand dauert an

Teile des Unkeler Seniorenzentrums noch unbewohnbar

Die Spendenbereitschaft ist groß: Renate Schoor (3.v.l.) und Christa Zöllner (4.v.l.) freuen sich über die finanzielle Unterstützung.

Die Spendenbereitschaft ist groß: Renate Schoor (3.v.l.) und Christa Zöllner (4.v.l.) freuen sich über die finanzielle Unterstützung.

Unkel. Ein Jahr nach dem verheerenden Feuer sind die betagten Bewohner von Sankt Pantaleon noch provisorisch untergebracht. Wann sie ihre Zimmer wieder beziehen können, ist unklar. Unterdessen hat es in Unkel und Umgebung eine Welle der Hilfsbereitschaft gegeben.

Fast ein Jahr nach dem verheerenden Brand im Seniorenzentrum Sankt Pantaleon in Unkel-Scheuren hat die Einrichtung mit den Folgen des Feuers in der Nacht zum 1. Februar zu kämpfen. „Die Situation ist weiter angespannt“, sagte Heribert Frieling, Sprecher des Heimbetreibers Marienhaus Holding GmbH, auf GA-Anfrage. Das „Haus Eibe“, in dessen Dachgeschoss der Brand ausbrach, sei weiterhin nicht bewohnt.

Wie berichtet, war die Freiwillige Feuerwehr der Verbandsgemeinde Unkel am 31. Januar gegen 21.15 Uhr zu dem Großbrand ausgerückt. Bei ihrem Eintreffen stand das Dachgeschoss des zweieinhalbgeschossigen Gebäudes bereits komplett in Flammen.

Der Großeinsatz, bei dem die Unkeler Unterstützung unter anderem von Feuerwehrkollegen aus Bad Honnef und Neustadt/Wied erhielten, dauerte bis in den frühen Morgen. Insgesamt waren 190 Kräfte im Einsatz, darunter 130 Feuerwehrleute, flankiert von 60 Mitgliedern der Rettungsdienst-Schnelleinsatzgruppen aus den Kreisen Neuwied und Rhein-Sieg.

50 Senioren in anderen Einrichtungen untergebracht

Auslöser des Feuers war ein Elektrogerät in einem privat vermieteten Appartement im Dachgeschoss. Rund 50 Senioren wurden während des Einsatzes evakuiert und noch in der Nacht auf andere Einrichtungen verteilt. „Die Bewohner sind weiterhin woanders untergebracht“, erklärte Frieling, dem nach eigenem Bekunden die Bilder jener Nacht weiterhin nicht aus dem Kopf gehen.

„Als ich an dem Abend dort eintraf, konnte ich mir nicht vorstellen, dass es keine Verletzten oder gar Toten geben wird“, sagte er rückblickend und ist froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. „Wir hatten Glück im Unglück.“ Vier verletzte Personen mussten in einem Krankenhaus versorgt werden.

Doch Frieling hat auch Erfreuliches zu berichten: Viele Hilfsangebote hätten die Einrichtung nach dem Feuer erreicht. In den ersten Tagen seien vor allem Kleiderspenden für die Bewohner gebracht worden. „Die Hilfsbereitschaft war überwältigend und hat danach nicht nachgelassen“, so der Marienhaus-Sprecher.

Benefizaktionen und Spenden

Diese reichte vom Rock'n'Roll-Konzert der Band Sam Cheanz & The Blue Denims im Zirkuszelt, das rund 200 Euro für das Haus erbrachte, über eine Aktion von Burak Karamuk zur Eröffnung seines Friseursalons im Seniorenzentrum – er spendete die Einnahmen seines Premierentages in Höhe von fast 320 Euro – bis zum Benefizkonzert der Burgbläser Rheinbreitbach zugunsten der Einrichtung, das fast 2000 Euro einspielte. Einrichtungsleiterin Renate Schoor und Christa Zöllner, Vorsitzende des Heimbeirates, freuten sich bei der Spendenübergabe über die großzügige Unterstützung.

Neben den Nachwirkungen des Feuers beschäftigt das Seniorenzentrum gerade eine bereits vor dem Brand geplante große Baumaßnahme. Auch deshalb sei das „Haus Eibe“ derzeit unbewohnt, so Frieling. Derzeit entstehe ein Verbindungsbau zwischen den Häusern „Eibe“ und „Kastanie“, es werde an Gemeinschaftsräumen, zusätzlichen Arbeitsräumen sowie sukzessive an den Zimmern gearbeitet.

Bis auf unbestimmte Zeit in diesem Jahr dauerten die Bauarbeiten. Abwicklungen mit Versicherungen im Zusammenhang mit dem Brand, die sehr zeitaufwendig seien, laufen laut Frieling parallel.

Zum Abschluss der Arbeiten soll es ein großes Dankeschön-Fest für alle Helfer geben, kündigte Frieling an. Und mit Blick auf die vergangenen Monate: „Das ist schon eine schwere Zeit gewesen.“ Für die Zukunft sei er jedoch „sehr zuversichtlich“.