55 Menschen in Unkel verletzt

Frau offenbar schuld an Großeinsatz in Einkaufszentrum

Nach Klagen über Atemwegsreizungen wurde das Einkaufszentrum in Unkel geräumt. Es gebe etwa 20 Menschen, die über Atemnot geklagt hätten und nun von den Rettungskräften vor Ort versorgt würden, sagte ein Feuerwehrsprecher.

55 Menschen wurden im Einkaufszentrum in Unkel verletzt.

Unkel. 55 Menschen sind Ende Februar in einem Einkaufszentrum in Unkel verletzt worden. Sie klagten über Atemwegs- und Augenreizungen. Bislang war vollkommen unklar, was die Ursache dafür war. Jetzt haben die Ermittler eine heiße Spur.

Pfefferspray, das eine Frau versprüht hatte, war offenbar die Ursache für den Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Polizei am frühen Abend des 20. Februar im Vorteil-Center in Unkel. Wie berichtet, klagten zahlreiche Kunden des Einkaufszentrums über Atemwegs- und Augenreizungen. Der Verdacht auf einen Gasaustritt bestätigte sich jedoch nicht. Jetzt ermitteln die Staatsanwaltschaften Koblenz und Köln: Der Verdacht richtet sich gegen eine 21-Jährige aus Köln.

Wie die Polizei Linz am Donnerstag berichtete, war die Frau vor dem Vorfall im Vorteil-Center durch ein Verkehrsdelikt aufgefallen. Sie hatte aus Fahrtrichtung Bonn kommend eine vor ihr fahrende Autofahrerin bedrängt und genötigt. Als diese auf den Parkplatz des Vorteil-Centers fuhr, folgte die 21-jährige Kölnerin ihr.

Auf dem Parkplatz kam es zu einem Wortgefecht, so die Polizei, in dessen Verlauf die Kölnerin Pfefferspray in Richtung ihrer Kontrahentin versprühte. Anschließend flüchtete sie. Die Polizei gehe nun davon aus, dass sich der Pfeffernebel verbreitete und Unbeteiligte in der näheren Umgebung von dem Wirkstoff getroffen wurden. Die wegen der Atemwegs- und Augenreizungen zahlreicher Kunden des Einkaufszentrums sofort alarmierte Feuerwehr konnte jedoch schon nach kurzer Zeit keine Schadstoffe oder Gasbelastungen mehr in der Luft feststellen. Insgesamt wurden an jenem Abend 55 Personen leicht verletzt.

Die Polizeiinspektion Linz hatte im Anschluss die Ermittlungen aufgenommen und den Fall in alle denkbaren Richtungen untersucht. Die Beamten halten es für möglich, dass der Vorfall nun aufgeklärt werde.