Auszeichnung für Irmgard und Werner Lerdo

Erpeler erhalten Verdienstmedaille des Bundespräsidenten

Verdiente Auszeichnung: Ulrich Kleemann (M.) überreicht Werner und Irmgard Lerdo die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik und die vom Bundespräsidenten unterzeichneten Urkunden.

Verdiente Auszeichnung: Ulrich Kleemann (M.) überreicht Werner und Irmgard Lerdo die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik und die vom Bundespräsidenten unterzeichneten Urkunden.

Erpel. Der Bundespräsident hat Irmgard und Werner Lerdo aus Erpel für ihr gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet. Seit Jahrzehnten setzen sich die beiden für die Dorfgemeinschaft und die Allgemeinheit ein.

Ihr Einsatz für ihre Nachbarn, für die Dorfgemeinschaft und die Allgemeinheit geht seit Jahrzehnten weit über das normale Maß hinaus. Jetzt sind die Erpeler Eheleute Irmgard und Werner Lerdo mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Der Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, Ulrich Kleemann, verlieh den Orden in Vertretung des Bundespräsidenten sowie im Namen der Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer.

Das Engagement von Irmgard und Werner Lerdo ist enorm: 25 Jahre lang leiteten sie die dreiwöchigen Ferienmaßnahmen des Caritasverbandes. Insgesamt betreuten sie rund 1500 Ferienkinder aus benachteiligten Familien. Und den Eheleuten sei es gelungen, Ferienkinder zu motivieren, später selbst Betreuer oder sogar Leiter bei diesen Ferienmaßnahmen zu werden, so die Laudatio.

Jahrzehntelanges Engagement

In ihrem Heimatort Erpel richteten sie jahrzehntelang Straßen- und Nachbarschaftsfeste aus, bewirten als Frühstücks-Gastgeber Jahr für Jahr an zwei Tagen rund 20 Mitglieder einer holländischen Musikkapelle. Werner Lerdo organisiert – als Mitglied des Brauchtumsvereins Freunde des Erpeler Weinfestes und des Bürgervereins Erpel – das Weinfest und den Blumenkorso mit. Acht Jahre lang war er der Weingott Bacchus beim jährlichen Weinfest. Auch im Tambour-Corps Erpel 1963 ist das Ehepaar aktiv. Werner Lerdo war zehn Jahre lang Vorstandsmitglied. Irmgard Lerdo, die stets als helfende Hand im Hintergrund mitwirkte, sang weit über 40 Jahre im Kirchenchor an Sankt Severinus in Erpel, war sechs Jahre lang im Vorstand.

Seit 1986 gehört sie zudem dem Vorstandsteam der Katholischen Frauengemeinschaft an und wirkt ebenso lange am monatlichen Seniorennachmittag mit. Werner Lerdo gehörte 28 Jahre lang dem Pfarrgemeinderat an, sechs Jahre lang dem Kirchenvorstand, vier Jahre lang dem Dekanatsrat Königswinter. Seit mehr als 40 Jahren steht er bei der Pfarrkirmes am Imbissstand, leistet in der Pfarrei Lektoren- und Kommunionhelferdienste; einige Jahre bildete er Ministranten aus. Er übernahm vier Jahre lang regelmäßig und seit zwei Jahren ehrenamtlich die Urlaubsvertretung des Küsters. Auch um die Pflege des Marienbildstocks in Erpel kümmerte er sich mit. 1981 gründete er mit dem damaligen Pfarrer das „Missionswerk Pater Paul Becker“, das er bis heute betreut. Kinder und Erwachsene kennen ihn in der Rolle des Nikolaus.

Hilfe für Kinder seit 50 Jahren

Seit 50 Jahren nehmen die Lerdos Kinder zu Hause auf, die aufgrund von familiären Problemen Hilfe benötigen. Zehn Jahre lang kümmerten sie sich um eine suchtkranke Mutter und ihr schwerbehindertes Kleinkind. Werner Lerdo übernahm als amtlich bestellter Gebrechlichkeitspfleger für einen Zeitraum von sechs Jahren die Verantwortung für die kranke Frau und begleitete sie bis zu deren Tod. Mehrere Jahre lang gaben sie zwei Kleinkindern ein Zuhause, indem sie sie in Vollzeitpflege nahmen.

Werner Lerdo war 40 Jahre lang Blutspender beim Deutschen Roten Kreuz. Der Ingenieur ist er seit bald 38 Jahren Geschäftsführer der Bezirksgruppe Bonn der Vereinigung Straßenbau- und Verkehrsingenieure in Nordrhein-Westfalen, seit 17 Jahren sogar Landesgeschäftsführer.