Aus Zirkusgehege ausgebüchst

Elefant spaziert durch Wohngebiet in Neuwied

Der alleinige "Ausflug" des Zirkus-Elefanten durch Neuwied ist beendet. Ein Tierpfleger führt den Dickhäuter zurück zu seinem Gehege.

Der alleinige "Ausflug" des Zirkus-Elefanten durch Neuwied ist beendet. Ein Tierpfleger führt den Dickhäuter zurück zu seinem Gehege.

Neuwied. Ein Elefant in Neuwied ist aus seinem Zirkusgehege ausgebüxt. Videos zeigen ihn auf seinem unbekümmerten Ausflug durch ein Wohngebiet - mit leichtsinnigen Passanten im Schlepptau.

Behäbig trottet das Tier über die Hauptstraße und an Vorgärten vorbei, lässt sich weder von Autos noch Menschen irritieren: Ein Elefant ist im rheinland-pfälzischen Neuwied aus seinem Zirkusgehege ausgebüxt und rund einen Kilometer durch die Stadt spaziert. Auf Twitter kursierten Videos, die Kenia - so der Name des Elefanten - bei seinem unverhofften Abenteuer im Freien zeigten.

Es sei ein kurzer und friedlicher Ausflug gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Hektisch wirkte das Tier nicht - ein Zirkusmitarbeiter habe Kenia auch relativ mühelos wieder einfangen können. Der Straßenverkehr war nach Polizeiangaben nicht gefährdet, verletzt wurde niemand. Dabei hatten einige verblüffte Passanten den gebührenden Sicherheitsabstand zu dem wuchtigen Tier nicht eingehalten und sich ihm bis auf kurze Distanz genähert, wie auf Videos zu sehen war.

 

Doch wie konnte Kenia überhaupt aus dem in der Stadt gastierenden „Circus Krone“ entkommen? „Der hat vermutlich den Elektrozaun seines Geheges zerrissen“, sagte der Polizeisprecher. Als das Tier längst eingefangen war, hätten sich noch besorgte Leute bei der Polizei gemeldet, die Aufnahmen des Ausflugs auf Twitter gesehen hatten.

Dass Tiere aus ihrem Zirkus ausbrechen, kommt häufiger vor. Im März büxten zwei Zebras aus einem Zirkus in Ludwigshafen aus. In Aldenhoven in Nordrhein-Westfalen beschäftigten im Dezember des vergangenen Jahres drei ausgebrochene Kamele die Polizei. Sie hatten es sich in einem Wohngebiet bequem gemacht. Im Mai 2017 hatten ausgebrochene Kamele bereits im sächsischen Pulsnitz für Aufsehen gesorgt: In aller Ruhe fraßen sie an einem Baum, bevor Zirkusmitarbeiter sie wieder einfingen.

Doch nicht immer verlaufen ungeplante Begegnungen mit Zirkustieren positiv. 2015 tötete eine ausgerissene Elefantenkuh in Buchen (Neckar-Odenwald-Kreis) einen 65 Jahre alten Spaziergänger.

Kritik an dem Vorfall äußerte indessen die Tierschutzorganisation PETA. Gefährliche Wildtiere wie Elefanten unbeaufsichtigt zu lassen und nur mit Flatterbändchen zu sichern, sei unverantwortlich. Seit 2015 sind bundesweit etwa 70 Zirkustiere ausgebrochen. PETA fordert aus diesem Grund ein Verbot von Wildtieren im Zirkus.

(dpa)