Interview mit den Klüngelköpp: „Wir leben das, was wir ausstrahlen“

Interview mit den Klüngelköpp : „Wir leben das, was wir ausstrahlen“

Die Band Klüngelköpp tritt am 1. Juli in Bornheim-Brenig auf. Im Interview sprechen sie übers Songschreiben, ihren Hit "Stääne" und eine Verwechslung mit den Kribbelköpp.

Herr Kowalak, Sie sind von Anfang an dabei. Ihr Fazit nach nunmehr 13 Jahren Klüngelköpp?

Robert Kowalak: Anfangs gab es natürlich die eine oder andere Hürde zu überspringen. Aber wir haben viel und hart gearbeitet. Dann kamen die ersten Erfolge und Hits dazu. Heute ist alles gut, und wir haben viel Spaß.

Herr Reudenbach, Sie haben vor Ihrem Einstieg bei den Klüngelköpp unter anderem mit Howard Carpendale, Gloria Gaynor, Johnny Logan, Jennifer Rush und Chris de Burgh gearbeitet. Haben Sie den Wechsel zu den Klüngelköpp bereut?

Frank Reudenbach: Nein, überhaupt nicht. Es war eine tolle Zeit mit den anderen Künstlern. Ich habe viele Erfahrungen sammeln können. Damals habe ich als Backgroundsänger gearbeitet, heute stehe ich als Sänger vorne auf der Bühne.

Wo und wie kamen Sie auf die Idee, den Hit „Wo die Stääne sin“ zu schreiben?

Kowalak: Manchmal dauert es schon lange, einen Song zu schreiben, manchmal geht es aber auch ganz schnell. Bei „Stääne“ habe ich am Ende gerade mal 20 Minuten gebraucht.

Wann und wo gönnen sich die Klüngelköpp eine Auszeit?

Reudenbach: Wir haben wenig freie Zeit. Wenn wir nicht auf der Bühne stehen, schreiben wir Lieder, sind mit Konzertvorbereitungen beschäftigt und kümmern uns um unsere Marketingaktivitäten.

Kowalak: Nach der Session gönnen wir uns in den Osterferien für zwei Wochen eine Auszeit. Hinzu kommen drei Wochen in den Sommerferien. Bevor dann die Session wieder losgeht, sammeln wir noch einmal Kraft in den Herbstferien.

Was bringt Sie auf die Palme?

Kowalak: Ein Veranstalter hatte gedacht, er hat die Klüngelköpp gebucht. Er hatte sich aber vertan, und die Kribbelköpp traten auf. Die Gäste und Veranstalter waren am Ende enttäuscht, dass nicht wir auf der Bühne standen.

Gibt es unerfüllte Träume und Hoffnungen?

Reudenbach: Wir sind natürlich immer bestrebt, ein Lied rauszuhauen, das alle Menschen erreicht. Das ist aber nicht immer so einfach.

Kowalak: Es ist herrlich, wenn ein Hit wie „Stääne“ auch in den Niederlanden gespielt wird. Da sind wir schon mächtig stolz drauf.

Sie sind Ihrem Musikstil in den letzten Jahren treu geblieben. Was ist Ihr Rezept?

Kowalak: Wir bedienen halt nicht immer das, was in die Karnevalsschublade passt. Am schönsten ist es, wenn die Menschen auf uns zukommen und sagen, dass es mit uns etwas ganz Besonderes ist. Wir sehen uns schon als Allzweckwaffe bei unseren Auftritten.

Reudenbach: Für uns ist es wichtig, dass wir auch mal die Straße verlassen und was Neues testen können. Aber unsere Tradition wollen wir natürlich erhalten.

Ein Redakteur von „Zeit Online“ hat Sie im Frühjahr versehentlich als „Pimmelköpp“ tituliert. Wie ist die Geschichte am Ende ausgegangen?

Kowalak: Ich dachte zuerst, ich lese nicht richtig. Aber wir haben den Ball flach gehalten. Am Ende war es eine schöne PR-Geschichte, und der Redakteur hat sich entschuldigt.

Reudenbach: Wir haben das wirklich sehr relaxed gesehen und herzhaft darüber gelacht. Gemäß unserem Motto: „Wir leben das, was wir ausstrahlen.“ Wir wollten keinen Streit. So ist es ja auch mit unserem „Modeste“-Song. Den singt jetzt Ikke Hüftgold auf Mallorca.

Gründungsmitglied Frank Binninger ist ja nicht mehr mit an Bord. Gitarrist und Sänger Alex Olivari verstärkt die Band seit der letzten Session. Müssen sich die Fans an weitere neue Musiker gewöhnen oder ist Ruhe auf dem Personalkarussell eingekehrt?

Reudenbach: Wir wollten eine Singstimme, die solomäßig Kölsch singt. Wir haben dann Alex angesprochen, den ich schon seit 1997 kenne. Er ist einfach ein toller Sänger und Musiker.

Kowalak: Hinzu kommt, dass wir jemanden suchten, der mit den Auftrittsmarathons klarkommt. Und da ist Alex genau der richtige.

Was machen die Liedtexte der Klüngelköpp aus? Sind es erlebte Geschichten?

Kowalak: Es gibt Lieder, die mich sehr bewegen. „Stääne“ gehört natürlich dazu. Wir besingen und schätzen in unseren Liedern das, was hier ist. Übrigens haben wir „Stääne“ unter Protest der Plattenfirma veröffentlicht. Sie glaubte zunächst nicht an diesen Song.

Reudenbach: „Kölsche Fiesta“ ist kein hochwissenschaftlicher Text. Im Karneval wollen wir die Leute auch einfach nur unterhalten.

Wie kamen Sie auf die Idee mit Schiebermützen und Hosenträgern aufzutreten?

Kowalak: Die Älteren erinnern sich vielleicht noch an „Die kleinen Strolche“ aus den 30er-Jahren. So sind wir an unsere Mützen und Hosenträger gekommen.

Wie geht es weiter? Gibt es schon einen neuen Sessionshit?

Reudenbach: Aktuell testen wir noch. Am Ende des Sommers sind wir dann soweit.

Was gibt es über Brauchtumspflege und über die Junggesellenvereine im Vorgebirge zu sagen?

Kowalak: Es ist gut, dass junge Menschen in Zeiten wie diesen noch Brauchtum in Junggesellenvereinen pflegen, Verantwortung übernehmen und solche großartigen Feste organisieren. Wir kommen auf jeden Fall sehr gerne nach Brenig.

Auf was dürfen sich die Fans im Breniger Festzelt freuen?

Reudenbach: Auf gut gelaunte Klüngelköpp.

Das Konzert in Brenig

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Im Rahmen des Breniger Junggesellenfestes stehen die Klüngelköpp am Samstag, 1. Juli, um 22 Uhr auf der Bühne. Die Gruppe Miljö tritt am gleichen Abend um 20.45 Uhr auf. Karten gibt es im Vorverkauf für zwölf Euro bei: Bäckerei Landsberg, Königstraße 104 (Edeka) in Bornheim; Bäckerei Landsberg am Ploon 4 in Brenig; Getränke Pieper, Brunnenallee 1 in Bornheim-Roisdorf; KFZ Welter, Hauptstraße 297 in Alfter-Witterschlick. plr

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