Bilanz der Bundespolizei: Waffen bei Kontrollen am Kölner Hauptbahnhof sichergestellt

Bilanz der Bundespolizei : Waffen bei Kontrollen am Kölner Hauptbahnhof sichergestellt

Die Bundespolizei hat am Wochenende mehr als 200 Personen am Kölner Hauptbahnhof kontrolliert und dabei mehrere Waffen sichergestellt. Erstmalig galt im Bahnhof ein Waffenverbot.

In den Nächten zu Samstag und zu Sonntag hat die Bundespolizei im Zuge des neuen Waffenverbotes ( der GA berichtete) mehr als 200 Personen am Kölner Hauptbahnhof kontrolliert. Wie die Bundespolizei am Sonntag mitteilte, wurden dabei unter anderem ein Schlagring, drei Messer und ein gefährliches Werkzeug sichergestellt.

Wegen Verstößen gegen das Waffen- sowie Betäubungsmittelgesetz leiteten die Beamten Ermittlungsverfahren gegen acht Personen ein. Außerdem wurden zwei Minderjährige in Gewahrsam genommen sowie zwei gesuchte Personen verhaftet. Einen Schlagring und ein Messer hatte ein 15-Jähriger bei sich.

Die Kontrollen konzentrierten sich vor allem auf Männer, die erkennbar unter Alkohol- oder Drogeneinfluss standen. Am Sonntag zog eine Sprecherin der Bundespolizei positive Bilanz: „Wir sind sehr zufrieden. Die Maßnahme hatte offenbar abschreckende Wirkung.“

Laut Polizei besuchen täglich 318.000 Reisende den Hauptbahnhof in Köln. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Gewaltstraftaten dort um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Darunter seien 66 gefährliche Körperverletzungen, die mit gefährlichen Gegenständen begangen wurden.

Von Januar bis Juni habe es bereits 44 Vorfälle gegeben, bei denen Waffen wie Messer, Schlagringe, Totschläger oder Softairpistolen mitgeführt wurden. Besonders am Wochenende sei der Hauptbahnhof ein Brennpunkt für Gewaltdelikte.

Seit Jahresbeginn hat die Polizei an Bahnhöfen in mehreren deutschen Großstädten gezielt nach Waffen bei Passanten gesucht und dabei nach Angaben des Bundesinnenministeriums rund 60 Messer, Beile oder Baseballschläger beschlagnahmt. Die Aktion in Köln war die zweite in Nordrhein-Westfalen, nach einem Waffenverbot im Dortmunder Hauptbahnhof Ende Juni. Die Polizei kann nur zeitlich begrenzte Verbote aussprechen. Für ein dauerhaftes Verbot müsste es ein entsprechendes Gesetz geben.