Nahverkehr in Bonn und der Region: VRS-Ticketpreise steigen im Schnitt um 2,5 Prozent

Nahverkehr in Bonn und der Region : VRS-Ticketpreise steigen im Schnitt um 2,5 Prozent

Im Juli wurde die Preissteigerung beschlossen, nun hat der VRS erarbeitet, was die Tickes für Busse und Bahnen ab 2020 kosten sollen. Die Erhöhungen fallen unterschiedlich aus. Eine Übersicht.

Dass die Nutzer von Bussen und Bahnen im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) mehr Geld für die Fahrkarten ausgeben müssen, steht bereits seit Mitte Juli fest. Damals hatten die Mitglieder der VRS-Verbandsversammlung Preiserhöhungen für 2020 und 2021 beschlossen. Nun hat der VRS Tabellen vorgelegt, aus denen hervorgeht, was die Preiserhöhung für die einzelnen Ticketkategorien bedeutet. Beschlossene Sache sind diese indes noch nicht. Die sogenannten Preistafeln sind ein Tagesordnungspunkt der nächsten VRS-Verbandsversammlung, die am Donnerstag, 26. September, ab 10 Uhr in den VRS-Geschäftsräumen an der Kölner Glockengasse stattfindet.

Um durchschnittlich 2,5 Prozent werden die Preise zum 1. Januar 2020 sowie nochmals zum 1. Januar 2021 erhöht. So lautet der Beschluss, der mit 27 zu neun Stimmen getroffen wurde. Davon ausgenommen sind indes die Tickets des sogenannten Bartarifs (Einzelfahrscheine, Vierertickets und 24-Stunden-Karten). Sprich: Teurer werden die Wochen- und Monatstickets. Und da 2,5 Prozent eben nur ein Durchschnittswert ist, liegen die Preissteigerungen mitunter auch darüber. Einige Beispiele:

Azubi- und Schülertickets werden teurer

Das Jahr 2020: Bislang kostet etwa das Monatsticket in der Preisstufe 2b 124,20 Euro monatlich, im Abo 107,60 Euro. Ab Januar 2020 sollen nach den Preistafeln des VRS dafür 128,50 Euro beziehungsweise 110,30 Euro fällig werden. Das entspricht einer Preissteigerung von 3,5 Prozent beziehungsweise 2,5 Prozent. In der Preisstufe 4 kostet die Karte aktuell 224,10 Euro (im Abo: 192 Euro) pro Monat. Die neuen Preise sollen sich auf 231,90 Euro (+3,5 Prozent) und 196,80 Euro (+2,5 Prozent) belaufen.

Teurer werden auch die Tickets im Auszubildendenbereich. Das Azubiticket soll von 60,70 Euro pro Monat auf 62,40 Euro (+2,8 Prozent) steigen, die Schülertickets laut VRS um durchschnittlich drei Prozent. Studierende müssten ab dem Wintersemester 2020/21 134,80 Euro (+2,9 Prozent) pro Semester bezahlen. Mehr Geld soll auch der Bus (SB 60) zwischen dem Flughafen und dem Bonner Hauptbahnhof kosten: Der Zuschlag soll sich von 3,20 Euro um zehn Cent auf 3,30 Euro (+3,1 Prozent) erhöhen. Nimmt man nicht nur diese beispielhaften, sondern alle geplanten Preiserhöhungen zusammen, rechnet der VRS mi einer kalkulatorischen Umsatzsteigerung für 2020 von 13 Millionen Euro.

Das Jahr 2021: Zum 1. Januar des übernächsten Jahres sollen die Preise nochmals erhöht werden, der Bartarif soll auch dann nicht steigen. Das Monatsticket in der Preisstufe 2b soll dann 133 Euro (+3,5 Prozent) pro Monat kosten. Im Abo sollen es 113,10 Euro (+2,5 Prozent) sein. In der Preisstufe 4 wären es 240 Euro monatlich (+3,5 Prozent), im Abo 201,70 Euro (+2,5 Prozent).

Das Azubiticket soll von 62,40 Euro monatlich auf 64,10 Euro steigen, die Schülertickets erneut um durchschnittlich drei Prozent teurer werden. Studierende müssten ab dem Wintersemester 2012/2022 137,70 Euro für das Ticket bezahlen. Der SB 60-Zuschlag soll sich nochmals um zehn Cent erhöhen (+3 Prozent). Für 2021 rechnet der VRS mit allen Preiserhöhungen mit einer kalkulatorischen Umsatzsteigerung von 12,8 Millionen Euro.

Preiserhöhungen umstritten

Wie berichtet, sind die beschlossenen Preiserhöhungen für die beiden kommenden Jahre umstritten. Ein Beschluss dazu war vom Verkehrsverbund Rhein-Sieg zunächst vertagt worden, im Juli wurde dann eine Sondersitzung der Verbandsversammlung einberufen. Begründet wurde die Notwendigkeit der Preissteigerung mit höheren Kosten bei den Verkehrsunternehmen für Personal, Material und Treibstoff.

In besagter Sondersitzung hatte VRS-Geschäftsführer Michael Vogel den Anwesenden unter anderem dargelegt, dass durch eine zweijährige Nullrunde bei den Ticketpreisen 48 Millionen Euro fehlen würden. Diese Summe hätte von den Städten und Kreisen im VRS-Gebiet aufgebracht werden müssen.

In der Verbandsversammlung sitzen Vertreter aus Politik und Verwaltung der Kommunen im VRS-Gebiet. Der Beschluss für die Preiserhöhungen war deutlich und knapp zugleich ausgefallen. Da Entscheidungen in der Verbandsversammlung mit Dreiviertelmehrheit getroffen werden müssen, hätte eine weitere Nein-Stimme die Erhöhungen verhindert.

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