Geburtstag: Vor 25 Jahren eröffnete das Schokoladenmuseum in Köln

Geburtstag : Vor 25 Jahren eröffnete das Schokoladenmuseum in Köln

Das Schokoladenmuseum Köln feiert Jubiläum mit Neuerungen und Programm bis November. Mit seiner Besucherzahl ist es das meistbesuchte Museum in Köln.

Die Idee hatte Hans Imhoff schon 1975, als die traditionsreiche Kölner Schokoladenfabrik Stollwerck von der Südstadt an den Standort Porz umzog. Beim Zusammenpacken fanden sich eine Menge Sachen, die von der Geschichte der Firma erzählten, darunter Maschinen, Sammelbilder, Briefe und Akten. Allesamt viel zu schade zum Wegwerfen. Ab da begann Imhoff gezielt, Informationen und Objekte zum Thema Schokolade und Kakao zu sammeln - und von einem Museum zu träumen, in dem sich Kinder nicht nur an Schokolade "satt riechen" können.

So wie er, der 1922 als Schlossermeistersohn in der Nähe des Neumarkts zur Welt kam, in einer Familie, die sich keine Schokolade leisten konnte. Dass er später selbst Schokoladenfabrikant werden und 1972 sogar Stollwerck übernehmen würde, hatte ihm niemand in die Wiege gelegt. 1981 errichtete Imhoff in Porz ein erstes kleines Museum, das dem dortigen Betrieb angeschlossen war. Das reichte ihm aber nicht. Mit seinem "seltsamen" Plan, ein großes Museum nur für Schokolade zu eröffnen, stieß er anfangs nicht überall auf Begeisterung. Aber spätestens nach einer Ausstellung im Gürzenich, 1989, zum 150-jährigen Bestehen von Stollwerck, waren auch die Skeptiker still: Die Schau entpuppte sich als Publikumsmagnet.

Am 31. Oktober 1993 wurde das Kölner Schokolademuseum im Rheinauhafen eröffnet. Heute ist es mit 550 000 Besuchern pro Jahr das meistbesuchte Museum in Köln - und weit über die Stadtgrenzen bekannt. In diesem Jahr hat es Jubiläum: 25 Jahre auf der süßen Seite gilt es zu feiern. Mit vielen Neuerungen und abwechslungsreichem Programm noch bis in den November hinein. Hans Imhoff hätte das gefallen. Er verstarb 2007 in Köln.

100 000 Objekte auf 4000 Quadratmetern

Das Museum leuchtet aber weiter. Und seit Anfang des Jahres auch ganz neu. Gemeinsam mit den Beleuchtungsspezialisten "a-g Licht" aus Bonn wurde ein Konzept entwickelt, das den einzelnen Bereichen mehr Atmosphäre verleiht, sie in wärmeres Licht hüllt und sich auch in die Struktur des Gebäudes besser einfügt. Sowohl von innen wie auch von außen. Besonders nachts fällt der Unterschied deutlich auf. Höhepunkte der Feierlichkeiten sind die Schokoladen-Themenwoche vom 18. bis 24. Juni und der Markt der Chocolatiers vom 14. bis 18. November.

Das Schokoladenmuseum entstand für 53 Millionen Mark, ohne öffentliche Förderung, in 13 Monaten Bauzeit. Auf dem Molenkopf der Rheinauhafen-Halbinsel ist auf mehr als 4000 Quadratmetern die weltweit umfangreichste Darstellung der Geschichte und der Gegenwart von Kakao und Schokolade zu Hause. Zu sehen gibt es dort rund 100 000 Objekte. In der museumseigenen Produktion werden täglich um die 400 Kilo Schokolade hergestellt, die auch verkostet werden darf. Bis heute haben das Museum rund 14 Millionen Menschen aus aller Welt besucht.

KVB schenkt dem Museum eine Schoko-Straßenbahn

Highlights: das begehbare Tropenhaus, in dem bei 25 Grad Celsius und 70 Prozent Luftfeuchtigkeit Kakaopflanzen wachsen, der drei Meter hohe Schokoladenbrunnen, die Produktionsanlagen sowie die Sammlung historischer Schokoladen-Verkaufsautomaten und ein original restaurierter alter Kaufmannsladen.

Im Schokoladenmuseum dinierten am 9. Juni 1999 während des G8-Gipfels die Außenminister der wichtigsten Industrienationen, 2001 wurde es zum Schauplatz des Kölner "Tatorts". Bis Ende 2015 führte Gerburg Klara Imhoff, die Witwe des Gründers Hans Imhoff, das Museum. Im Januar 2016 übernahmen die gemeinsame Tochter Annette Imhoff und ihr Ehemann Christian Unterberg-Imhoff die Leitung in zweiter Generation.

Auch die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) wissen das Museum zu schätzen. Seit dem 9. April fährt eine Straßenbahn mit Schoko-Motiven auf den Linien 1, 7, 9, 12 und 15 - bis 2019. "Das Schokoladenmuseum ist wie die KVB ein echtes Stück Köln", sagte KVB-Vorstandsvorsitzender Jürgen Fenske.