Verein sucht neuen Standort: Schumacher-Kartbahn in Kerpen steht vor dem Aus

Verein sucht neuen Standort : Schumacher-Kartbahn in Kerpen steht vor dem Aus

Der Erftlandring in Kerpen-Manheim muss 2020 wohl dem Braunkohletagebau weichen. Der Verein hofft noch auf eine Weiterführung an einem anderen Standort.

Die Kartbahn in Kerpen-Manheim, auf der Michael Schumacher seine Karriere begann, steht vor dem Aus. Der Erftlandring muss 2020 offenbar dem Braunkohletagebau Hambach weichen. Die geplante Ausweitung sieht vor, dass sowohl der Ort als auch die Kartbahn zum Baugebiet wird. "Derzeit sieht es so aus", sagt René Köhler, Pressesprecher des Kart-Club Kerpen-Manheim, zum Stand der Dinge auf GA-Anfrage.

Der Verein befindet sich aktuell in Verhandlungen mit dem Energie-Konzern RWE, so Köhler weiter. Endgültig ausgeschlossen sei die Weiterführung der 1107 Meter langen Strecke ab 2020 nicht. "Jetzt gerade" sei die Möglichkeit des Fortbetriebs allerdings "komplett vom Tisch", so Köhler.

Verein sucht weiter nach Ersatz-Standort

Am Donnerstag sollen die Mitglieder bei einer Infoveranstaltung über den aktuellen Stand informiert werden. Dort soll auch über die Möglichkeiten gesprochen werden, die der Verein jetzt habe, sagt der Sprecher.

Medienberichte, wonach die Outdoor-Kartbahn auch an keinem anderen Standort wieder eröffnet werde, wollte Köhler nicht bestätigen. "Wir haben immer gesucht. Und wir sind auch weiter auf der Suche", betont er, sagt aber auch: "Aktuell haben wir keinen neuen Standort. Das heißt aber nicht, dass dies in einem Monat nicht schon wieder anders sein kann."

Schumi-Kartbahn in Kerpen-Manheim

Entscheidung am 1. Februar

Auf der Jahreshauptversammlung des Vereins am 1. Februar soll über die Zukunft der Bahn und auch des Vereins gesprochen werden. Dann müsse auch der Vorstand zustimmen, ob ein Verkauf stattfindet, erklärt der Sprecher. Eine neue Kartbahn an einem neuen Standort würde rund acht bis zwölf Millionen Euro kosten.

In den 1980er-Jahren fanden auf der Strecke die Kart-Europameisterschaft oder auch die Kart-Junioren-Weltmeisterschaft statt. Mit dabei waren unter anderem Ayrton Senna, Michael Schumacher und Mika Hakkinen. Aktuelle und ehemalige Formel-1-Fahrer wie Michael Schumacher, Ralf Schumacher, Heinz Harald Frentzen, Nick Heidfeld und Sebastian Vettel kommen aus dem Club, der heute um die 500 Mitglieder hat. Im März 1980 wurde Deutschlands größte Kartbahn eröffnet. Nach vierzig Jahren könnte die Ära 2020 beendet sein.

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