Kommentar zur Geiselnahme in Köln: Ruhe bewahrt

Kommentar zur Geiselnahme in Köln : Ruhe bewahrt

Mit der Geiselnahme im Hauptbahnhof hat Köln einen schlimmen Tag erlebt. Dass er nicht in einer Katastrophe endete, ist dem entschlossenen Eingreifen der Polizei zu verdanken, sagt GA-Chefredakteur Helge Matthiesen.

Großstädte sind verwundbar, wer dort lebt, weiß um die Risiken großer Menschenmengen. Straftäter wissen um ihre Möglichkeiten, sich zu bereichern oder einfach nur Schaden anzurichten. Ihre Motive mögen unterschiedlich sein, das Ergebnis ist für die betroffenen Menschen furchtbar.

Köln hat am Montag einen schlimmen Tag erlebt. Zwei Menschen sind schwer verletzt. Viele werden noch lange an dem Überfall auf das Schnellrestaurant und die Apotheke am Bahnhof zu tragen haben. Die vielen Tausend Reisenden, die viel zu spät an ihr Ziel kamen, sind dabei fast zu vernachlässigen. Dass die Attacke nicht schlimmere Folgen hatte, ist dem entschlossenen Eingreifen der Polizei zu danken. Sie hat nach vielen vergleichbaren Vorfällen inzwischen solche Situationen im Griff.

Unnötige Panikausbreitung konnte vermieden werden

Das ist ein wichtiges Signal. Es schreckt potenzielle Täter ab und es gibt Sicherheit für alle Menschen, die mit dem Risiko der Stadt leben müssen. Positiv ist auch die Lenkung der Informationsströme durch die Polizei zu vermerken. Unnötige Panik wurde vermieden. Die Polizei verbreitete gesicherte Informationen und keine Spekulationen. Das beruhigt eine notorisch erregbare Öffentlichkeit. Ruhe bewahren ist wichtig, um Schlimmeres zu verhindern. Die Verunsicherung der Menschen lässt sich begrenzen. Das mildert die Folgen eines solchen Vorfalls.

Über die Beweggründe des Täters lässt sich derzeit nur spekulieren. Wir wissen nur wenig über ihn. Daher ist jetzt die Justiz an der Reihe. Sie muss Hintergründe aufklären. Für jede politische Schlussfolgerung ist es zu früh.

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