Überfall am Flughafen Köln/Bonn: Räuber vom Flughafen Köln/Bonn weiter auf der Flucht

Überfall am Flughafen Köln/Bonn : Räuber vom Flughafen Köln/Bonn weiter auf der Flucht

Am Flughafen Köln/Bonn hat es am Mittwochmorgen einen Überfall auf einen Geldtransporter gegeben. Dabei wurde ein Wachmann durch mindestens einen Schuss lebensgefährlich verletzt. Die Täter sind weiter auf der Flucht.

Nach einem Raubüberfall auf einen Geldtransporter am Flughafen Köln/Bonn fahndet die Polizei weiter nach zwei Männern. „Die Maßnahmen laufen, wir ermitteln“, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen. Einer der Tatverdächtigen war demnach komplett schwarz bekleidet, der andere trug eine dunkle Hose und eine dunkelgrüne Daunenjacke. Beide Männer waren vollmaskiert. Einer der Männer soll zudem Hochdeutsch gesprochen haben, sein Komplize sprach kein einziges Wort.

Dramatische Szenen hatten sich am Mittwochmorgen am Flughafen Köln/Bonn abgespielt. Maskierte Bewaffnete stürmten gegen 9.10 Uhr auf einen Geldtransporter zu, riefen laut: "Auf den Boden, auf den Boden!" Dann fielen Schüsse.

Einer der Wachmänner wurde in den Oberschenkel getroffen und lebensgefährlich verletzt. So schildert ein Polizeisprecher die Tat. Der Überfall ereignete sich im Bereich des Fernbusbahnhofs. Mittlerweile wurde das Opfer notoperiert und schwebt nicht mehr in Lebensgefahr.

Nach GA-Informationen handelt es sich bei dem Verletzten um den Beifahrer des Geldtransporters. Ein Beamter leistete Erste Hilfe und band das Bein des Wachmanns ab. Trotzdem sei die Schusswunde lebensgefährlich gewesen – der Mann musste notoperiert werden und befindet sich inzwischen nicht mehr in Lebensgefahr.

In einem Video ist die Flucht der Täter zu sehen. Die Polizei bezeichnet es als authentisch. Man sieht darauf, wie zwei schwarz gekleidete maskierte Männer einen schweren Koffer in einen schwarzen Audi laden und mit offener Kofferraumklappe wegfahren.

(Quelle: RP Online)

Die Angreifer ließen ihr Fluchtfahrzeug nicht weit entfernt vom Ort des Überfalls an der Jägerstraße im Ortsteil Porz-Eil stehen und zündeten es an. Bei dem Fahrzeug handelte es sich um einen schwarzen Audi. In dem ausgebrannten Wrack des Wagens fand die Polizei eine Kalaschnikow, bei der es sich möglicherweise um die Tatwaffe handelt, mit der auf einen der Wachmänner geschossen wurde. Die Täter sind auf der Flucht.

Nach Angaben des Flughafens Köln/Bonn war der Flugbetrieb nicht beeinträchtigt. Auch die Terminals waren ganz normal erreichbar. Nur ein Teil des Fernbusbahnhofs wurde abgesperrt.

Überfall auf einen Geldtransporter am Flughafen Köln/Bonn

Das Landeskriminalamt Niedersachsen prüft im Zusammenhang mit dem Überfall eine mögliche Verbindung zu drei ehemaligen RAF-Terroristen. Wie ein Sprecher mitteilte, werde dies routinemäßig abgeglichen. Einen Zusammenhang zu Überfällen auf Geldtransporte in Norddeutschland gebe es bislang aber nicht.

Der Fall weckt zudem Erinnerungen an einen anderen Überfall vor fast genau einem Jahr. Dabei hatten Unbekannte im Alter zwischen 30 und 40 Jahren einen Geldtransporter auf dem Parkplatz eines Ikea-Kaufhauses in Köln-Godorf ausgeraubt. Damals schlugen sie zu, nachdem der 60 Jahre alte Geldbote aus dem Transporter gestiegen war. Einer der Täter bedrohte ihn mit der Waffe, während der andere mit laufendem Motor im Fluchtauto wartete – ähnlich wie bei der Tat am Mittwoch. Weil der Fall nie aufgeklärt werden konnte, wurde er Gegenstand der Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" im ZDF.

Ein Polizeisprecher sagte am Mittwoch: „Das war ein ähnlicher Modus Operandi, aber ob die beiden Taten in Zusammenhang stehen, das müssen die Ermittlungen ergeben.“

Die Polizei bittet Zeugen dringend um Hinweise zum aktuellen Tatgeschehen unter 0221-2290 oder an poststelle.koeln@polizei.nrw.de.

Mit Material von dpa.

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