ÖPNV-Preise im VRS: Abo-Tickets werden teurer, aber teils übertragbar

VRS legt Preistafeln für 2020 und 2021 vor : Bus und Bahn im Rheinland werden im Abo teurer

Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) hat am Donnerstag in Köln die neuen Preistafeln für 2020 und 2021 vorgelegt. Durchschnittlich steigen die Preise für Zeitkarten für Bus und Bahn um 2,5 Prozent.

Der letzte Schritt zu höheren Ticketpreisen für Busse und Bahnen im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) ist erfolgt. Auf der Sitzung der VRS-Verbandsversammlung hat die Geschäftsführung des Verbunds am Donnerstag in Köln die Preistafeln für die Jahre 2020 und 2021 vorgelegt.

Sie sind das Ergebnis des umstrittenen Beschlusses zur Preiserhöhung, den die Verbandsversammlung – bestehend aus Vertretern der im VRS zusammengeschlossenen Städte und Kreise – im Juli getroffen hatte. Damals wurde beschlossen, die Fahrpreise zum 1.1.2020 sowie zum 1.1.2021 um jeweils durchschnittlich 2,5 Prozent zu erhöhen. Diese Erhöhung bezieht sich aber nur auf die Zeitkarten (Monatstickets). Die Einzelfahrscheine des sogenannten Bartarifs werden nicht teurer.

Da es sich um eine Durchschnittserhöhung handelt, könnten einzelne Tickets auch um mehr als 2,5 Prozent teurer werden – da beim Bartarif die Erhöhung schließlich bei null Prozent liegt.

Begründet wird die Erhöhnung mit gestiegenen Kosten für Personal, Treibstoff und Material bei den Verkehrsunternehmen. Die Entscheidung im Juli war deutlich und knapp zugleich ausgefallen. 27 von 36 Verbandsversammlungsmitgliedern hatten für die Erhöhung gestimmt, eine Gegenstimme mehr hätte indes eine Sperrminorität bedeutet, da Tarifbeschlüsse beim VRS mit Dreiviertelmehrheit getroffen werden müssen.

Am Donnerstag hat die Verbandsversammlung wiederum einige Verbesserungen im VRS-Angebot beschlossen, die ab dem kommenden Jahr greifen. Künftig können etwa bis zu drei Kinder (unter 15 Jahren) in Begleitung eines Erwachsenen, der über eine Zeitkarte im Abo (inklusive Jobticket und Semesterticket) verfügt, werktags bereits ab 15 Uhr kostenlos mitfahren. Bisher gilt diese Mitnahmeregelung an den Werktagen erst ab 19 Uhr. Die ganztägige Mitnahme an Wochenenden und Feiertagen bleibt nach VRS-Angaben davon unberührt.

Des Weiteren hat die Versammlung beschlossen, dass ab Januar 2020 Wochentickets und Monatstickets im Einzelverkauf auf andere Kunden übertragbar sind. Dadurch könnten die Tickets künftig als „Tauschkarte“ genutzt werden, heißt es vom VRS.

Ebenso wurde für Firmen der Zugang zum Jobticket erleichtert. Galt hierfür bisher, dass Unternehmen bereits mit Vertragsabschluss Tickets für alle Mitarbeiter abnehmen mussten, haben die Kunden in den Standortkategorien 2 und 3 (gesamtes VRS-Gebiet ohne Köln und Bonn) künftig drei Jahre Zeit. Das Ganze ist als Pilotprojekt bis Ende 2022 angelegt.