Mordfall Claudia Ruf: DNA-Untersuchung von mehr als 1000 Menschen steht bevor

Mehr als 1000 Menschen werden überprüft : Riesige DNA-Untersuchung im Mordfall Claudia Ruf

Im Mordfall Claudia Ruf von 1996 haben die Ermittler einen neuen Ansatz. Wie der GA im Vorfeld einer Pressekonferenz am Freitag erfuhr, sollen in einer neuen DNA-Untersuchung mehr als 1000 Menschen überprüft werden.

Vor mehr als 23 Jahren starb Claudia Ruf aus Grevenbroich im Rhein-Kreis Neuss einen grausamen Tod: Das elfjährige Mädchen verschwand am 11. Mai 1996 während eines Spaziergangs und wurde zwei Tage später 70 Kilometer von seiner Heimatstadt entfernt ermordet in Euskirchen gefunden: Der Täter hatte die Elfjährige vergewaltigt, erdrosselt und nach dem Tod mit Benzin übergossen und angezündet. Er wurde nie gefunden.

Cold-Case-Unit will Fall Claudia Ruf aufklären

Doch aufgegeben haben die Ermittler nicht: Der Fall Claudia Ruf gehört zur „Cold Case“-Datenbank des Landeskriminalamtes in Düsseldorf. Am Freitagvormittag wollen die Ermittler nun in einer Pressekonferenz neue Ansätze präsentieren, „die zur Aufklärung des Verbrechens führen sollen“.

Welche Ansätze das sind, darüber wollten die Ermittler auf GA-Anfrage vorab nichts sagen. Die Polizei Bonn, die auch für Euskirchen zuständig ist, hat gemeinsam mit der Polizei im Rhein-Kreis Neuss, Spezialisten des Landeskriminalamtes sowie der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach zur Pressekonferenz in Grevenbroich eingeladen.

Hatte Neuauswertung alter DNA-Spur im Fall Ruf Erfolg?

Nach GA-Informationen soll eine alte DNA-Spur erneut überprüft werden, diesmal mit mehr als 1000 Personen. Nachdem ein erster Massen-Gentest 2010 erfolglos geblieben war, wurde seit 2018 mit Unterstützung von Profilern des LKA eine weitere Überprüfung von rund 100 Personen durchgeführt. Im Januar dieses Jahres verkündete LKA-Chef Frank Hoever einen neuen Ermittlungsansatz. Dafür, dass der DNA-Abgleich von Erfolg gekrönt sein könnte, spricht auch, dass mit Dirk Porstendörfer vom LKA ein ausgewiesener Experte für DNA-Spuren auf der Pressekonferenz sprechen wird.

Ein Ansatz, der von den Ermittlern im Mordfall Ruf verfolgt wurde, war die Möglichkeit, dass es sich bei dem Täter um einen Serienmörder handeln könnte. Zusammenhänge zu zwei weiteren entführten Mädchen aus Düsseldorf und Siegen wurden geprüft.

(Dieses Video ist Teil einer Kooperation zwischen GA und WDR)

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