Mordfall Claudia Ruf bei Aktenzeichen XY: Hinweise führen zu Ermittlungen

„Aktenzeichen XY... ungelöst“ : Hinweise im Mordfall Claudia Ruf führen zu weiteren Ermittlungen

Der Mordfall Claudia Ruf aus dem Jahr 1996 war am Mittwochabend in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ behandelt worden. Einige der Hinweise führen nun zu weiteren Ermittlungen.

Im Zuge der neu aufgerollten Ermittlungen im Fall Claudia Ruf sollen in einer zweiten Phase des Massen-Gentests nun auch rund 900 aus Grevenbroich-Hemmerden, dem Heimatort des 1996 ermordeten Mädchens, Weggezogene aufgefordert werden, eine Speichelprobe abzugeben.

Wie Franz Wirges, Hauptkommissar bei der Polizei Bonn, am Mittwoch in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ berichtete, fehlen von den bisher angesprochenen Männern, die noch in Hemmerden wohnen, 15. „Darunter ist kein Verweigerer“, sagte Wirges, es könne sich zum Beispiel um Langzeiturlauber handeln, die die Aufforderung zur DNA-Abgabe nicht erhalten hätten.

Das Hinweistelefon mit der Rufnummer 02131/300-25252 (im ZDF wurde zunächst eine falsche Vorwahl eingeblendet) war an diesem Abend besetzt. Unter dieser Nummer konnten Hinweise zum Fall Claudia Ruf durchgegeben werden. Dafür stellte die Mordkommission elf Ermittler bereit.

Wie die Polizei am Donnerstagmorgen mitteilte, seien am Abend zuvor 15 Hinweise bei der Polizei eingegangen. Der größte Anteil der Hinweise sei durch die bisherigen Ermittlungen nachvollziehbar. Drei Hinweise, die die Polizei nicht weiter erläuterte, führen sogar nun zu weiteren Ermittlungen. Die Ermittler bitten auch weiter um Hinweise und fragen vor allem:

Wer kennt eine männliche Person, die in Grevenbroich-Hemmerden gewohnt hat und...

Die Resonanz auf die neuen Ermittlungen im Fall der elfjährigen Claudia Ruf, die im Mai 1996 aus Grevenbroich entführt und ermordet in einem Feld in Euskirchen gefunden worden war, sei „überwältigend“, sagte Wirges am Mittwochabend im ZDF. Die Mordkommission Claudia Ruf, die aus Beamten aus Bonn und dem Rhein-Kreis Neuss besteht, hatte zu einem großangelegten DNA-Test in Hemmerden aufgerufen, um die dort abgegeben Proben mit einer 1996 sichergestellten Spur abzugleichen.

Wirges betonte in diesem Zusammenhang, dass die Speichelproben ausschließlich mit der in diesem Verfahren gesicherten DNA abgeglichen und vernichtet würden, wenn sie nicht übereinstimmten. „Es werden keinerlei Daten gespeichert“, so der Kommissar.

Auch „Aktenzeichen“-Moderator Rudi Cerne richtete einen dringenden Appell an die angesprochenen Männer, ihre Speichelprobe abzugeben: „Decken Sie nicht einen Mörder“, sagte er.