Bilder zwischen Fiktion und Realität: Mona Schulzek erhält Brühler Max Ernst-Stipendium

Bilder zwischen Fiktion und Realität : Mona Schulzek erhält Brühler Max Ernst-Stipendium

Die Künstlerin Mona Schulzek ist die 49. Preisträgerin des Max Ernst-Stipendiums der Stadt Brühl. Im April stellt die Düsseldorferin ihre Fotoarbeiten in Brühl aus.

Die Diskussion unter den zehn Jurymitgliedern wurde laut Bürgermeister Dieter Freytag bis zum Schluss kontrovers geführt. Letztlich entschied sich die Jury für Mona Schulzek als Trägerin des 49. Max Ernst-Stipendiums der Stadt Brühl. Schon zum zweiten Mal konnten sich Künstler mit digitalen Einreichungen um den zu gleichen Teilen von der Stadt Brühl und der Max Ernst Gesellschaft zur Verfügung gestellten Förderpreis in Höhe von 10 000 Euro bewerben.

Die Fachjury besteht aus Kunsthistorikern, Künstlern, dem Vorsitzenden der Max Ernst Gesellschaft, einem sachkundigen Bürger sowie dem Bürgermeister der Stadt Brühl. Unter den 416 Kunstschaffenden, deren 1882 Arbeiten von der Jury Anfang Dezember gesichtet wurden, kamen 14 in die engere Auswahl. „In einer Art Zauberbergatmosphäre“, so die Juryvorsitzende und Kunsthistorikerin Arta Valstar-Verhoff, „haben wir alle Zusendungen in einer Großprojektion sehen und beurteilen können.“

Mehrheit stimmte für Schulzek

Bürgermeister Dieter Freytag betonte, dass man den Teilnehmerkreis der Künstler durch die digitale Einreichung erheblich habe vergrößern können. Den Künstlern seien damit aufwendige Anreisen, Transporte sowie Auf- und Abbauzeiten erspart worden. Erst die 14 Künstler der Vorauswahl wurden eingeladen, ihre originalen Gemälde, Fotografien, Videos und Installationen in der Brühler Galerie am Schloss und im Kapitelsaal des Rathauses auszustellen. Zudem war es ihnen möglich, neben den bereits eingereichten Werken drei weitere Arbeiten zu präsentieren.

Wenn auch nicht einstimmig, so doch mit „großer Mehrheit“, so Freitag, habe sich die Jury für die in Moers geborene 27-jährige Mona Schulzek entschieden. Schulzek lebt in Düsseldorf und studiert seit 2017 bei Gregor Schneider an der Düsseldorfer Akademie. Sie hat bereits ein Fotografiestudium bei Thomas Zika an der Ecosign Akademie für Gestaltung absolviert. Jetzt konnte sie die Jury mit ihren fotografischen Arbeiten überzeugen. In der Begründung heißt es: „Die Künstlerin nutzt Teile von Wirklichkeit, um sie unter Verwendung verschiedener handwerklicher und medialer Prozesse zu befragen, zu transformieren und das Resultat zu einer neuen, irritierenden Wirklichkeit werden zu lassen. Heterogene Werkstrategien formen mittels partizipativer Vorgehensweisen die persönlich erfahrene Realität zu einem erweiterten Raumbegriff um, bei dem Fiktion und Realität ununterscheidbar werden.“ Die offizielle Vergabe des Stipendiums und die Ausstellungseröffnung findet am 2. April, dem Geburtstag von Max Ernst, statt.