1. Region
  2. Köln & Rheinland

Kölner Zoo: Aus Thailand geschmuggelte Tiere aufgenommen

Schmuggel aus Thailand : Kölner Zoo nimmt beschlagnahmte Tiere auf

Der Kölner Zoo hat im November mehrere beschlagnahmte Tiere in seine Obhut genommen. Sie wurden im Oktober von Thailand nach Deutschland geschmuggelt und in München erstversorgt.

Bereits Mitte Oktober haben Zollmitarbeiter am Münchner Flughafen vier Schildkröten und diverse Amphibien aus Thailand beschlagnahmt. Sie fanden diese in Plastikdosen im Gepäck eines Reisenden.

Am Donnerstag teilte der Kölner Zoo mit, dass die Tiere nach der Erstversorgung durch die Auffangstation für Reptilien in München in den Kölner Zoo gebracht wurden.

Bei den Schildkröten handele es sich um Weichschildkröten, bei den Amphibien um zwei Frösche sowie 13 Behälter mit insgesamt über 100 Kaulquappen.

In der Münchener Auffangstation wurden erste Gesundheitstests durchgeführt. Da insbesondere die Larvalstadien von Amphibien sehr empfindlich sind, kontaktierte Thomas Türbl, Fachtierarzt für Reptilien der Münchener Auffangstation, Thomas Ziegler vom Kölner Zoo, der vergangene Woche den Albertus-Magnus-Lehrpreis der Studierendenschaft der Biologie an der Universität zu Köln empfangen hat. Die Terrarienabteilung des Kölner Zoos verfügt über ausgewiesene Amphibienexpertise und spezielle Quarantäne- und Haltungsräume für Amphibien.

Der Reisende, bei dem die Tiere gefunden wurden, gab eine Verzichtserklärung ab und die Tiere konnten nach Köln transportiert werden. So konnten die eingezogenen Reptilien und Amphibien am 19. November nach Köln transportiert werden. Im Zoo werden die Tiere nun erneut quarantänisiert. Später sollen sie in die Haltungsanlagen des Kölner Aquariums einziehen – zunächst hinter den Kulissen.

Zehn Kaulquappen haben sich in der Zwischenzeit bereits in kleine Frösche umgewandelt, darunter baumbewohnende Ruderfrösche. Die kleinsten davon sind gerade einmal wenige Millimeter groß.

Außerdem konnte unter den Fröschen eine bedrohte Art ausfindig gemacht werden: Der Bunte Katzenaugenfrosch (Nyctixalus pictus), auch Zimtbaumfrosch genannt, der laut der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als „Near Threatened“, also potentiell gefährdet, gilt. Seine Bestände in der Natur sind rückläufig.