Angeklagt wegen weiterer Fälle: Kölner U-Bahn-Schubser ist mutmaßlicher Serientäter

Angeklagt wegen weiterer Fälle : Kölner U-Bahn-Schubser ist mutmaßlicher Serientäter

Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt in drei weiteren Fällen gegen den mutmaßlichen U-Bahn-Schubser. Der 26-jährige Mann soll am vergangenen Montag auf einem U-Bahnsteig am Hauptbahnhof eine 18-jährige US-amerikanische Touristin vorsätzlich gegen einen einfahrenden Zug gestoßen haben.

Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt in drei weiteren Fällen gegen den mutmaßlichen U-Bahn-Schubser. Der 26-jährige Mann soll am vergangenen Montag auf einem U-Bahnsteig am Hauptbahnhof eine 18-jährige US-amerikanische Touristin vorsätzlich gegen einen einfahrenden Zug gestoßen haben. Die Frau wurde bei ihrem Sturz leicht am Kopf verletzt. Die Polizei konnte den Verdächtigen am Tag darauf aufgrund von Zeugenaussagen festnehmen. Der mutmaßliche Täter sitzt seitdem in Köln in Untersuchungshaft.

Wie die Kölner Staatsanwaltschaft mitteilte, werde aktuell geprüft, ob der verdächtige Mann noch in weiteren Fällen in den vergangenen Monaten als Täter in Frage komme. Die Behörde bittet daher um weitere Zeugenhinweise, sollten Frauen in der Vergangenheit in Kölner U-Bahnen oder Bahnhöfen belästigt oder angegriffen worden seien.

Mehrere Attacken gegen Frauen

Bei den anderen Fällen, die zur Zeit geprüft werden, wurden ebenfalls Frauen von einem jungen Mann angegriffen oder massiv belästigt. Die Hinweise bei diesen Attacken geben Anlass, dass es sich auch hier um den mittlerweile wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft befindlichen U-Bahn-Schubsers handelt.

Der erste Angriff, der ebenfalls auf das Konto des Verdächtigen gehen könnte, fand am 12. Februar dieses Jahres am Kölner Friesenplatz statt. Dort wurde eine Frau massiv beleidigt und anschließend gegen den Kopf gehauen. Die Staatsanwaltschaft Köln hat hier Anklage wegen Beleidigung und Körperverletzung erhoben.

Fünf Tage später dann der nächste Angriff des mutmaßlichen Täters: Er soll damals versucht haben, einem weiblichen Fahrgast mit dem Fuß gegen die Brust zu treten. Die Frau konnte sich, laut Aussage der Kölner Staatsanwaltschaft, mit vorgehaltener Handtasche vor dem Angriff schützen. Auch hier liegt eine Anklage gegen den 26-jährigen U-Bahn-Schubser vor.

Am 13. März dann der nächste Angriff auf eine Frau. Im Kölner Stadtteil Vogelsang soll der Verdächtige die Frau auf einem U-Bahn-Haltestelle als "Schlampe" beschimpft und anschließend Schottersteine aus dem Gleisbett gegen ihren Rücken geworfen haben. Auch hier wurde Anklage wegen Beleidigung und Körperverletzung erhoben. Nach dieser Tat befand sich der mutmaßliche U-Bahn-Schubser bereits in Untersuchungshaft und saß dort bis zum 20 Juli ein. Weil ihn die Zeuginnen nicht zweifelsfrei erkannten, wurde der Angeklagter jedoch wieder freigesprochen. Vier Tage nach seiner Entlassung kam es dann zu der Attacke gegen die Touristin aus den USA am Hauptbahnhof.

Die Staatsanwaltschaft Köln hat gegen den letzteren Fall Berufung eingelegt. Zudem sollen alle aufgeführten Anklagen bei einer kommenden Hauptverhandlung zusammengelegt werden, so die Staatsanwaltschaft Köln.