Kommentar zum Klimanotstand in der Region: Großes im Kleinen

Kommentar zum Klimanotstand in der Region : Großes im Kleinen

Am Ende zählen Taten, an denen sich die Kommunen messen lassen müssen. Dafür braucht es aber in der Tat nicht die symbolische Ausrufung des Klimanotstands, kommentiert GA-Redakteur Christoph Meurer.

Der Klimawandel, mit all seinen Folgen, ist die große Herausforderung für die gesamte Menschheit. Und das Argument, dass kleine Maßnahmen zur Klimarettung doch eh nichts bringen, zählt dabei nicht. Umweltschutz beginnt nämlich bei jedem Einzelnen: etwa das Auto öfters stehen lassen, weniger Plastik verbrauchen oder die Heizung ein, zwei Grad herunterdrehen und sich stattdessen wärmer anziehen. Wenn nicht nur wenige Menschen, sondern viele, am besten alle, mitmachen, kann so Großes im Kleinen bewirkt werden.

Dieses Prinzip gilt auch für das Handeln von Städten und Gemeinden als unterste staatliche Verwaltungsebenen. So wie die Bundesrepublik durch entsprechende Gesetze weltweit mit gutem Beispiel vorangehen könnte, können Kommunen mit ihren Möglichkeiten Vorbild in Sachen Klimaschutz sein – und Möglichkeiten gibt es genug: etwa energetische Sanierungen, bessere Rahmenbedingungen für den Verkehr jenseits des Autos oder ökologische Vorgaben bei der (moderaten) Ausweisung neuer Baugebiete und der damit einhergehende Schutz der noch vorhandenen Flora und Fauna. Die Maßnahmenliste der linksrheinischen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister zum Klimaschutz ist lang. Mangelnden Willen kann man ihnen nicht unterstellen. Das belegt auch der Umstand, dass Klimaschutzmanager Tobias Gethke auch nach dem Ende der Förderung seiner Stelle durch das Bundesumweltministerium von den Kommunen finanziert weiter beschäftigt wird.

Am Ende zählen indes Taten. An diesen müssen sich die Kommunen messen lassen. Dafür braucht es aber in der Tat nicht die symbolische Ausrufung des Klimanotstands. Schließlich muss so oder so zur Rettung von Klima und Umwelt gehandelt werden – im Großen und im Kleinen. Und das zügig.

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