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Bei laufendem Betrieb: Flughafen Köln/Bonn saniert große Landebahn

Bei laufendem Betrieb : Flughafen Köln/Bonn saniert große Landebahn

Am Flughafen Köln/Bonn wird 2018 die große Landebahn saniert. Dies geschieht bei laufendem Betrieb, sodass der Flugverkehr möglichst wenig beeinträchtigt wird. Anwohner und Reisende müssen sich dennoch auf mögliche Ärgernisse einstellen.

Es ist laut Flughafen Köln/Bonn das größte Sanierungsprogramm in der Geschichte des Airports: Nachdem derzeit die sogenannte Querwindbahn erneuert wird, soll im April 2018 der schrittweise Umbau der großen Start- und Landebahn bei laufendem Betrieb beginnen. Das teilte Flughafen-Chef Michael Garvens am Donnerstag mit. Um den Flugverkehr möglichst wenig einzuschränken, werde an den vergleichsweise verkehrsarmen Wochenenden gearbeitet.

Die Sanierung der Start- und Landebahnen betrifft sowohl Anwohner als auch Reisende. An mindestens 23 Wochenenden zwischen 7. April und 30. November 2018 weichen die Flugzeuge von der großen Bahn auf die mittelgroße Querwindbahn und die kleine Bahn aus. Dadurch könne der Fluglärm auf den Routen dieser Bahnen zunehmen, sagte Garvens. Betroffen seien vor allem Kommunen im Bergischen Land wie Rösrath und Overath, auf der anderen Seite die Stadt Wesseling. Auch im Kölner Stadtteil Wahn und in der Wahner Heide könne der Fluglärm an den Bau-Wochenenden zunehmen. Ab Herbst will der Flughafen-Betreiber in Bürgerversammlungen über die Umbau-Folgen informieren.

Reisenden drohen an etwa sechs Wochenenden zwischen dem 21. April und dem 10. Juni 2018 Einschränkungen. Dann ist wegen Bauarbeiten an den Kreuzungen zwischen großer Start- und Landebahn und Querwindbahn nur die kleine Bahn geöffnet. Große Maschinen können dort nicht starten und landen. „Einige Flüge müssen daher wohl auf benachbarte Flughäfen wie Düsseldorf, Frankfurt oder Dortmund ausweichen“, sagte Garvens.

Derzeit läuft die knapp 20 Millionen Euro teure Sanierung der sogenannten Querwindbahn, der mittleren von insgesamt drei Start- und Landebahnen in Köln/Bonn. Die Querwindbahn diente ursprünglich als Ausweichstrecke, wenn starke Seitenwinde die Bedingungen auf der Hauptbahn erschwerten. Von Oktober 2016 bis voraussichtlich März 2018 ist die Querwindbahn für den Flugverkehr nicht nutzbar. Hier werden auf 1,5 Kilometern Länge rund 100.000 Quadratmeter Betonoberfläche abgebrochen und durch Asphalt ersetzt. Erst wenn die Querwindbahn wieder nutzbar ist, kann der Flughafen mit der Sanierung der großen Start- und Landebahn beginnen, da die kleine Bahn für den Luftverkehr nicht ausreicht.

"Operation am offenen Herzen"

„Es ist wie eine Operation am offenen Herzen“, sagte Garvens. Bis zu 500 Bauarbeiter würden an den Wochenenden eingesetzt. Die einzelnen Gewerke müssten aufwendig koordiniert werden, um in den Zeitfenstern von 30 Stunden von Samstag 12 Uhr bis Sonntag 18 Uhr die Bauplanung umzusetzen. Zu den Kosten für den Umbau der großen Bahn wollte sich der Flughafen-Betreiber mit Verweis auf die bis Dezember laufende Ausschreibung nicht äußern. Bei ersten Planungen war von 24 Millionen Euro die Rede. Allein die Zusatzkosten für die Terminierung der Arbeiten auf Wochenenden beliefen sich nun auf sechs Millionen Euro, sagte Garvens.

Der Umbau bei laufendem Betrieb startete eher holprig: Der Sanierungsbeginn der großen Bahn wurde um ein Jahr auf 2018 verschoben. Zu Anfang des Umbaus der Querwindbahn traten Baumängel auf. Nach dem Abschluss der schrittweisen Sanierung der 3,8 Kilometer langen Hauptlandebahn, die zuletzt in den Jahren 1995/96 saniert wurde, sieht sich der Flughafen für die nächsten 20 Jahre gut gerüstet.