Fackeltätigkeit bei LyondellBasell: Flamme über Wesseling brennt nicht mehr

Fackeltätigkeit bei LyondellBasell : Flamme über Wesseling brennt nicht mehr

Aufgrund einer Betriebsstörung bei LyondellBasell war ab Sonntagnachmittag ein Fackelschein über Wesseling zu sehen. Inzwischen ist die betroffene Anlage wieder hochgefahren und die Fackeltätigkeit ist eingestellt.

Die Fackel über Wesseling brennt nicht mehr. Wie ein Sprecher des Unternehmens LyondellBasell mitteilte, ist die zuvor von einer Störung betroffene Anlage seit 11 Uhr am Dienstagmittag wieder hochgefahren und arbeitet wieder im Normalbetrieb. Bei LyondellBasell hatte es wegen einer Betriebsstörung in einem Werk der Kunststoffproduktion der Firma ab Sonntagnachmittag bis Dienstagmittag eine weithin sichtbare Flamme über dem Werksgelände gegeben.

Weitere Fackeltätigkeiten bei LyondellBasell seien damit kurzfristig nicht mehr zu erwarten. Bereits geplant und angekündigt sei die Inbetriebnahme einer weiteren Anlage im November. Dabei könne es erneut zu Fackeltätigkeiten kommen.

Laut Unternehmen war am Sonntag gegen 16 Uhr eine elektrische Fehlfunktion im Prozessleitsystem einer Anlage aufgetreten. Ein solcher Ausfall führe dazu, dass Gase in der Anlage zu einem Fackelsystem geschickt und dort verbrannt würden. Am Sonntag habe sich dabei ungewöhnlich viel Ruß gebildet.

Als Grund dafür nannte das Unternehmen unter anderem, dass das Fackelsystem im Westen des Werkes nicht in Betrieb sei. Da das Fackelzentrum im Osten die Gesamtmenge der anfallenden Gase übernehmen musste, habe dies zu starker Rußentwicklung geführt und sei auch Grund für starken Lärm und Feuerschein. Bei der geplanten Inbetriebnahme einer Anlage Anfang November stehe die zweite Fackel aber wieder zur Verfügung, so dass mit Lärm und Rußentwicklung wie am Sonntag nicht zu rechnen sei.

LyondellBasell betonte, dass es sich bei dem Vorfall am Sonntag nicht um einen Brand oder Unfall handelte und kein Mitarbeiter zu Schaden gekommen sei Schadstoffe wurden nach Angaben der Werksfeuerwehr bislang nicht gemessen. Das verbrannte Gas ähnele laut LyondellBasell chemisch Erd- oder Campinggas und sei deshalb relativ unproblematisch. Am Sonntag stellten Messwagen der Feuerwehren Wesseling und Köln insbesondere für Rodenkirchen eine Geruchsbelästigung fest, die aber als nicht gesundheitsgefährdend eingestuft wurde. Dennoch empfahl die Warnapp Nina den Anwohnern, Fenster und Türen zu schließen und das Radio für weitere Warnhinweise einzuschalten.

Fackelschein bei Shell und ein kurioser Feuerwehreinsatz

Für Dienstag hatte das Unternehmen Shell darüber hinaus ebenfalls sichtbare Fackeltätigkeit angekündigt. Dort war ein Anlagenteil für Wartungsarbeiten außer Betrieb genommen worden. Während der An- und Abfahrprozeduren einer solchen Anlage würden zeitweilig größere Mengen Gas entstehen, die zur Verbrennung an die Fackel geleitet würden. Die Arbeiten an der Anlage würden in den kommenden Tagen durchgeführt, die Anlage werde anschließend wieder in Betrieb genommen.

Zu einem kuriosen Feuerwehreinsatz war es im Zuge der Fackeltätigkeit bei LyondellBasell am Sonntagabend gekommen. Kurz vor 19.30 Uhr waren haupt- und ehrenamtliche Wehrleute in den Westring in der Wesselinger Innenstadt alarmiert worden. Wie die Löschgruppe Wesseling der Freiwilligen Feuerwehr auf ihrer Facebookseite mitteilt, sei gemeldet worden, dass Flammen aus den Fenstern eines Gebäudes schlagen.

Vor Ort habe sich aber sofort herausgestellt, dass sich der Feuerschein der immer noch tätigen Fackel bei Lyondell-Basell in den Fenstern gespiegelt hatten. Der Anrufer habe diese Spiegelung für einen Wohnungsbrand gehalten, heißt es von der Feuerwehr weiter.

Regelmäßig werden bei LyondellBasell die Fackeln aktiviert, wenn es einen Störfall gibt und der Kohlenwasserstoff nicht rechtzeitig verarbeitet werden kann. Über Twitter verbreitete sich die Nachricht ab 17 Uhr. Ein Porzer schrieb am Sonntag: "Es stinkt gerade extrem unangenehm."

Anwohner können sich über das Bürgertelefon unter 02236-722000 bei LynodellBasell melden.

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