Ebertplatz Köln: Videoüberwachung ruft Kritik hervor

Maßnahme der Polizei : Kritik an neuer Videoüberwachung am Kölner Ebertplatz

Die Kölner Polizei überwacht den Ebertplatz seit Montag mit Videokameras. Bezirksbürgermeister Andreas Hupke (Grüne) kritisiert die Maßnahme und nennt sie „Ressourcenverschwendung“.

Die Polizei hat die Videoüberwachung am Kölner Ebertplatz gestartet. Kritik kam nach der Inbetriebnahme am Montag vom zuständigen Bezirksbürgermeister Andreas Hupke (Grüne): Die Videokameras dienten nur der Aufklärung, nicht der Prävention von Verbrechen, sagte Hupke am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Er fürchte zudem, dass sich die Kriminalität nun vom Ebertplatz zu anderen Stellen verlagere. Der Platz in der Kölner Innenstadt war lange als Treffpunkt von Drogendealern verrufen. Ende August war dort ein 25 Jahre alter Somalier von einem gleichaltrigen Landsmann erstochen worden.

Wie die Polizei mitteilte, wurde die neue Videoüberwachung am Montagmorgen um 7 Uhr scharf geschaltet. Neben dem Ebertplatz mit acht Kameras wird seit Montag auch der Breslauer Platz hinter dem Hauptbahnhof von sieben Kameras rund um die Uhr beobachtet.

Die 24-Stunden-Überwachung nannte Bezirksbürgermeister Hupke in Bezug auf den Ebertplatz „Ressourcenverschwendung“. Tagsüber sei dort „noch nie was passiert“. Vielmehr würden Menschen im Hellen dort feiern oder Kunst machen. Hupke forderte ein anderes Konzept für den Brennpunkt: „Wir dürfen die Polizei nicht alleine lassen. Es braucht eine gemeinsame Aktion mit Ordnungsamt, Staatsanwälten und vor allem Sozialarbeitern.“

Die Polizei, die unter anderem die Ausgehmeile an den Kölner Ringen schon länger mit Kameras überwacht, plant unterdessen einen weiteren Ausbau: „Die Installationsarbeiten zur Videobeobachtung am Neumarkt und am Wiener Platz sind in vollem Gange“, hieß es in einer Mitteilung. Zudem werde die Videobeobachtungszentrale im Präsidium ausgebaut und vergrößert.

(dpa)