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Film "Volt": Die Wirklichkeit holt die Fiktion ein

Film "Volt" : Die Wirklichkeit holt die Fiktion ein

"Volt" spielt im Jahr 2025 und zeichnet eine düstere Prognose der derzeitigen Flüchtlingsproblematik - die Aktualität des Stoffes ist allerdings rein zufällig. Die Dreharbeiten wurden von der Wirklichkeit eingeholt.

Karg ist die Ausstattung der Polizeistation. Einige alte Holzbretter wurden zu einer Sitzgelegenheit umgebaut, direkt daneben können sich die Beamten in notdürftig errichteten Duschen erfrischen. Inmitten der Station steht eine riesige Installation, an der unzählige Polizeiausrüstungen hängen. Schwere Ausrüstung: Helme, Schlagstöcke sowie Brust- und Rückenpanzer. Die Schutzschilde mit einer gelben "Polizei"-Aufschrift stehen fein säuberlich aufgereiht etwas entfernt.

[kein Linktext vorhanden]Schauspieler Benno Fürmann lässt seinen Blick über die Szenerie schweifen - an seinen Händen sind Pflaster und kleinere Wunden zu erkennen, sein Gesicht ist schmutzig. Er ist einer von denjenigen, die die Polizeiuniform tragen. In einem Flugzeughangar hat eine spartanische Polizeistation ihren Platz gefunden. Am ehemaligen Flughafen Butzweilerhof fiel jüngst nach gut einem Monat die letzte Klappe für "Volt".

"Vor vier Jahren haben wir mit den Arbeiten rund um den Film begonnen, und in den letzten Jahren hat sich in dieser Richtung so einiges getan", erklärt Regisseur und Drehbuchautor Tarek Ehlail.

Was in Deutschland nicht umgesetzt wurde, aber debattiert wurde, sind Transitzonen für Flüchtlinge. Im Film nimmt eine solche Zone eine zentrale Rolle ein: Zehn Jahre nachdem Deutschland die ersten Transitzonen an den Grenzen errichtet hat, mehren sich Wut, Angst und Verzweiflung in deren Inneren. Flüchtlinge aus der ganzen Welt werden sich selbst überlassen und warten auf die lebensverändernde Entscheidung: Einbürgerung oder Rücktransport.

Die Politik verschweigt, dass sie die Menschenmassen nicht mehr bewältigen kann und überlässt der Polizei den täglichen Kampf vor Ort. Volt (Benno Fürmann) ist Teil dieses Polizeikorps. Während eines Einsatzes tötet er im Zweikampf einen Flüchtling im Affekt. Die Gewalt auf beiden Seiten eskaliert...

"Es ist ein entsättigter Film - man sieht kaum Vegetation, vieles spielt in der Dunkelheit. Die Härte des Stoffes wird gut dargestellt", sagte ein gut gelaunter Benno Fürmann.

Regisseur Ehlail war es wichtig, "harte Typen" für seinen Film zu finden, um die gesamte Dramatik zu realisieren. "Der Film spielt zwar in der Zukunft, dennoch war es mir wichtig, dass viele Elemente aus unserer heutigen Zeit sich wiederfinden", so Tarek Ehlail, "so wird der Hangar beispielsweise für die Polizei zweckentfremdet. Aber diese Situation haben wir ja auch heute schon: Flüchtlinge leben in Turnhallen und Containern".

Kida Khodr Ramadan spielt einen internen Ermittler. Damit ist er ganz offensichtlich sehr zufrieden. "Ich finde die Rolle supergeil! Endlich verkaufe ich mal kein Kokain oder bin der Mörder", gab er lachend zu. "Volt" wird voraussichtlich im nächsten Jahr in die Kinos kommen.