Kommentar zu Arbeitswegen im Linksrheinischen: Der Anfang ist gemacht

Kommentar zu Arbeitswegen im Linksrheinischen : Der Anfang ist gemacht

Laut dem Landesbetrieb Information und Technik NRW (IT.NRW) liegt die Gemeinde Alfter mit einer Auspendlerquote von 83,3 Prozent landesweit an der Spitze von 396 Kommunen. Heißt: 83,3 Prozent aller Alfterer steigen ins Auto, in die Bahn oder auf das Fahrrad, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Die Zahlen der Landesstatistiker sprechen eine eindeutige Sprache: Während viele Städte und Gemeinden in der Region tagsüber nahezu ausgestorben sein müssen, weil so viele Menschen als Berufspendler in eine andere Stadt reisen, gibt es Kommunen wie Meckenheim, bei denen sich das Verhältnis von Ein- und Auspendlern fast die Waage hält. Dass Alfter bei der Auspendlerquote landesweit auf Platz eins liegt, ist kein Grund, vor Scham zu erröten – im Gegenteil. Die Menschen leben gern in Alfter, weil sie es etwa nah zum Arbeitsort Bonn haben und dennoch im Grünen wohnen anstatt in der Stadt.

Eine Region, die sich als Region begreift, braucht Kommunen, die sich spezialisieren. Falsch wäre es, wenn nun jeder Bürgermeister mit hoher Auspendlerquote große Flächen seiner Kommune in Gewerbeareale verwandelt, damit die Menschen wohnortnah arbeiten. Der daraus folgende Flächenfraß wäre mit nichts zu rechtfertigen.

Die Zahlen des Landes zeigen auch, dass sich andere Kommunen der Region bereits spezialisiert haben: So hat die Stadt Meckenheim etwa eine nahezu ausgeglichene Pendlerquote aufzuweisen. Der Nachbar Rheinbach scheint auf dem Weg dorthin zu sein. Der Anfang ist somit gemacht. Als Antwort auf die Verkehrsprobleme der Region etwa den sechstreifigen Ausbau der A 565 zu fordern, wie die Bonner IHK es tut, ist zwar berechtigt. Allerdings weiß jeder, wie lange so ein Bauvorhaben dauern kann.

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