Auf Tour im Rhein-Sieg-Kreis: Das Smartphone als Reiseführer

Auf Tour im Rhein-Sieg-Kreis : Das Smartphone als Reiseführer

QR-Codes informieren über Sehenswürdigkeiten in der Region. 50 Sehenswürdigkeiten in Alfter, Bornheim, Meckenheim, Rheinbach, Swisttal und Wachtberg sind bisher so erschließbar.

Der Kasseler Langofen in Adendorf ist zugleich ein touristischer Anziehungspunkt und Ausdruck von Traditions- und Selbstbewusstsein der dortigen Töpfer. Gebrannt wurde darin das klassische salzglasierte Steinzeug, und einige Male im Jahr befeuern die Töpfer im Ort noch heute das von neuer Technik längst überholte Museumsstück.

Wer nun an Ort und Stelle vor dem Backsteingebäude am Dorfplatz steht, braucht kein Geschichtsbuch dabei zu haben, um diese Informationen zu bekommen. Wohl aber ein Smartphone. Denn blitzschnell verschafft ihm ein sogenannter QR-Code, der an dem Gebäude prangt, die nötigen Informationen. QR bedeutet Quick Response (schnelle Antwort). Die viereckigen Kästchen mit einer Art Schwarz-Weiß-Labyrinth verbinden – mit dem Smartphone eingescannt – auf der Stelle mit einem Reiseführer.

Seit einigen Wochen ist auch der Rhein-Voreifel-Touristik-Verband (RVT) mit diesem Angebot im Netz. Der Adendorfer Langofen wurde seither 650 mal angeklickt. Das weiß die stellvertretende RVT-Geschäftsführerin Luana Felline, die das elektronische Angebot vorangetrieben hat, zu berichten. Sie stellte das System am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Meckenheim vor.

15 Sehenswürdigkeiten in Rheinbach

50 Sehenswürdigkeiten in Alfter, Bornheim, Meckenheim, Rheinbach, Swisttal und Wachtberg sind bisher so erschließbar, in ganz Deutschland umfasst das 2013 eingeführte Angebot 15 000 Sehenswürdigkeiten und über 600 Stadtführungen. Beispiel Rheinbach: Dort beginnt die QR-geführte Rundtour am alten Bahnhof, der 1880 errichtet wurde, und führt zu weiteren 14 Sehenswürdigkeiten der Glasstadt.

In Alfter sind es bisher acht, vom Bahnhof Witterschlick bis zur Kirche Sankt Mariä Heimsuchung in Impekoven. Diese „Festung Gottes“, die weithin sichtbar auf einem Berg steht, erinnert an Wehrburgen des Mittelalters und ist doch ein moderner Bau, in dem 1969 der erste Gottesdienst gefeiert wurde.

Zu den acht Bornheimer QR-erschlossenen Attraktionen gehört der Roisdorfer Brunnen mit seinem Brunnenpark. Das dort abgefüllte Mineralwasser erfreut sich seit fast 2000 Jahren großer Beliebtheit, erfährt man durch den mobilen Reiseführer. Schon die Römer zapften dort Wasser, und der Mediziner Franz Wilhelm Kauhlen stellte 1774 die Vorzüge des „sauren“ Roisdorfer Wassers heraus.

Geschichtliche und aktuelle Hinweise

Schlösser und Burgen machen einen Großteil des Regionsführers für Swisttal aus, der bisher sechs QR-Stationen umfasst. Die Geschichte des urkundlich im Jahre 1140 erstmals erwähnten Schlosses Miel ist dort nachzulesen, wo Ende des 14. Jahrhunderts Konrad von Tomburg eine Burg baute. Ursprünglich gab es in Miel drei Burgen, wenn auch nicht zeitlich parallel. Deren Formationen lassen sich noch heute deutlich am Gelände ablesen. Zwei davon waren Mitte des 18. Jahrhunderts nach Brand und Verfall zerstört.

1767 erwarb Maximilian von der Heyden, genannt Belderbusch, für seinen Bruder Kaspar Anton das Schloss, ließ es abreißen und ein neues bauen. Dieses war für Kaspar Anton von der Heyden eine Art Liebesnest in seiner amourösen Liaison mit der Äbtissin von Vilich, Caroline Gräfin von Satzenhofen. 1991 übernahm die Eigentümergesellschaft Golfplatz Schloss Miel das Anwesen und nutzt es heute für ihren Golfclub. Wer will, kann sich dort auch trauen lassen.

Die QR-Einträge enthalten geschichtliche und aktuelle Hinweise über die gekennzeichneten Objekte. RVT-Geschäftsführer Udo Schäfer sieht in dem Angebot einen weiteren Schritt zur Digitalisierung im Tourismus. Damit komme folge der RVT einem Trend und befriedige Kundenbedürfnisse, sagt er.