Täter werden immer skrupelloser: Bereits 80 Fälle von Telefonbetrug in 2019

Täter werden immer skrupelloser : Bereits 80 Fälle von Telefonbetrug in 2019

Bereits seit geraumer Zeit geben sie sich Telefonbetrüger als Polizisten aus, die Polizei im Rhein-Sieg-Kreis zählt bereits 80 Fälle in diesem Jahr für die Region. Nun wurde die Masche von einigen Betrügern verändert.

Die Polizei Köln warnt eindringlich vor einer neuen Masche von Trickbetrug. Bereits seit geraumer Zeit geben sich Telefonbetrüger als Polizisten aus. Ahnungslose Senioren werden dann aufgefordert, Bargeld, wertvollen Schmuck und andere Wertsachen aus angeblichen Sicherheitsgründen zu übergeben oder außerhalb ihres Hauses zu deponieren. Mit dieser Masche scheitern die Betrüger immer häufiger. Dies könnte laut der Polizei einer der Gründe sein, warum die aus Call-Centern telefonierenden Täter immer kreativer und skrupelloser werden.

Die falschen Polizisten lassen sich nun unter der angezeigten Nummer zurückrufen: "Dann sehen Sie ja, dass Sie die Polizei anrufen", betonen die Anrufer in akzentfreiem Deutsch. Um weiter von der Vertrauenswürdigkeit zu überzeugen, bringen die Anrufer durch ausgefeilte Fragen in Erfahrung, welche Versicherung und welches Geldinstitut von den Senioren genutzt wird. Anschließend erfolgen Anrufe durch vermeintliche Versicherungsvertreter oder Bankangestellte, die die vorgegaukelte Gefahr für Hab und Gut bestätigen und untermauern.

Laut einer Pressemitteilung der Polizei wendeten Betrüger diese Masche am Donnerstag in Köln-Sürth an und erbeuteten einige Wertsachen eines Ehepaares (80 und 77). Auch hier geschah die Tat unter dem Vorwand, die Wertsachen vor einem bevorstehenden Einbruch sichern zu müssen. Das Paar wurde nach eigenen Angaben von vorgetäuschten Polizisten, Versicherungsvertretern und einem Bankangestellten in mehreren Telefonaten von der Gefahr überzeugt und dazu veranlasst, ihre Wertsachen in einen Beutel zu packen und einem angeblichen Polizisten möglichst unauffällig zu übergeben. Der Täter sei dunkelhaarig, etwa 40 Jahre alt, 1,75 Meter groß und schlank. Er sei mit seiner Beute in eine unbekannte Richtung geflüchtet.

Die Polizei Köln warnt: "Die Täter sind in der Lage, die Telefonnummer "0110" im Display der Angerufenen erscheinen zu lassen.

Tätigen Sie bei Anrufen durch angebliche Polizeibeamte in jedem Fall einen Rückruf bei der Notrufnummer 110! Tätigen Sie diesen Rückruf auch, wenn im Display Ihres Telefongerätes die Nummer 0110 erscheint! Melden Sie umgehend über den Notruf 110 der Polizei verdächtige Anrufe oder verdächtige Beobachtungen! Rufen Sie Ihnen bekannte Mitarbeiter von Versicherungs- und Bankinstituten unter den offiziellen Rufnummern an, wenn Sie sich vergewissern wollen! Übergeben Sie keine Wertgegenstände an fremde Personen!"

Seit Anfang des Jahres sind die Telefonbetrüger wieder verstärkt aktiv. Nicht nur in Köln, sondern auch im Rhein-Sieg-Kreis. Seit dem 1. Januar sind der Polizei nach eigenen Angaben knapp 80 Fälle bekannt geworden. In fast allen Fällen wurden die Angerufenen rechtzeitig misstrauisch und ließen sich nicht auf die Forderungen der Täter ein, teilte die Polizei mit.

Mit der Masche "Falsche Amtsträger" wurden in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2017 mehr als sieben Millionen Euro erbeutet. In den meisten Fällen im Rhein-Sieg-Kreis riefen die Täter bei Adressen aus Troisdorf und Sankt Augustin an.

Bei weiteren Fragen helfen die im Opferschutz besonders geschulten Beamten der örtlichen Polizei weiter. Diese sind unter der Nummer 02241-5410 zu erreichen. Weitere Informieren sind außerdem auf der Internetseite der Polizei zu finden.

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