Radfahren in Alfter: Alfterer Ratsherr fordert Infos zum Radwegplan

Radfahren in Alfter : Alfterer Ratsherr fordert Infos zum Radwegplan

Grünen-Politiker Michael Schroerlücke macht sich weiter für eine Verbindung entlang der L 113 stark. Der ADFC sieht das Vorhaben allerdings skeptisch.

Vor ziemlich genau zwei Jahren wollte der Alfterer Grünen-Ratsherr Michael Schroerlücke etwas für die Radfahrer tun. Damals startete er eine Initiative zur Schaffung eines Radwegs vom Ortsausgang von Volmershoven-Heidgen entlang der Landesstraße 113 (Hauptstraße, im weiteren Verlauf Fliesweg), vorbei an Meckenheim-Lüftelberg und weiter nach Flerzheim.

Auf der Straße werden Geschwindigkeiten zwischen 70 und 100 Stundenkilometern gefahren. Schoerlücke weiß das, da er den Weg jeden Morgen zu seiner Arbeitsstätte nimmt. Dennoch seien dort auch Radler zu sehen. Zwar gebe es bereits Radwege, etwa über den Bahnhof Kottenforst, aber diese seien für Pendler offenbar unattraktiv, so Schroerlücke: „Welcher Radfahrer macht auf dem Weg zur Arbeit schon einen Umweg?“

Im Februar 2017 war er ziemlich unzufrieden, als der Alfterer Gemeinderat seinen Antrag zur Beratung in den interfraktionellen Arbeitskreis „Mobilität“ verwiesen hatte. Zumal er ebenso beantragt hatte, dass die Gemeindeverwaltung in der Sache Kontakt mit den Nachbarstädten Rheinbach und Meckenheim aufnehmen soll. Ziel sollte sein, möglichst schnell Gespräche mit dem zuständigen Landesbetrieb Straßenbau und gegebenfalls weiteren Beteiligten wegen Planung, Förderung und Finanzierung der Maßnahme zu führen.

Doch was ist seitdem passiert? Dieser Frage wollen die Grünen nun mit einer Anfrage an die Gemeindeverwaltung zur nächsten Ratssitzung (Donnerstag, 11. April, 18 Uhr, Ratssaal) auf den Grund gehen. „Der in Rede stehende Straßenzug wird zunehmend häufiger von Radfahrern genutzt“, schreibt Schoerlücke in der Anfrage. Die vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) vorgeschlagenen Radpendlerrouten (der GA berichtete) könnten den beantragten Radweg nicht ersetzen.

Apropos ADFC. Dessen örtliche Vertreter sehen das gleiche Problem wie Schoerlücke, stehen seinem Vorhaben aber skeptisch gegenüber. „Die L 113 zwischen Rheinbach-Flerzheim und Volmershoven ist eine lange, gerade Strecke mit nur einer Kurve. Dort mit dem Rad zu fahren, macht keine Freude, da die Straße nicht besonders breit ist und die Autos schnell fahren“, teilt Alfters ADFC-Sprecher Till Osthövener auf GA-Anfrage mit. Nach eigenen Angaben habe er sich dazu mit der ADFC-Ortsgruppe Meckenheim sowie dem ADFC-Koordinator der linksrheinischen Verkehrsplanung, Georg Wilmers, beraten. Zwar sei die Strecke übersichtlich, das nehme aber nicht das mulmige Gefühl, das man als Radfahrer auf dieser Strecke habe, so Osthövener weiter.

Ob das derzeitige Radverkehrspotenzial die Kosten eines Radwegs entlang der L 113 auf dieser Strecke rechtfertige, dürfe bezweifelt werden, teilt er weiter mit. „Eine Steigerung des Potenzials wäre möglich, wenn es konkrete Vorstellungen gäbe, wo der Radverkehr vor und hinter diesem Streckenabschnitt sinnvoll geführt werden soll.“

In den Orten sei aus baulichen Platzgründen eine Weiterführung eines Radwegs nicht möglich, der die Kriterien der Empfehlung für den Bau von Radverkehrsanlagen erfülle, heißt es weiter. Solange es aber keine Idee für eine Weiterführung der Verbindung gebe, sei ein solcher Radweg „im Vergleich zu konkurrierenden anderen Maßnahmen zur Radverkehrsförderung nicht sehr sinnvoll“, so Osthövener weiter.

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