Anwohnerin reicht Beschwerde ein

Sind die Seelöwen im Kölner Zoo zu laut?

Köln. Krach um die Seelöwen im Kölner Zoo: Eine Anwohnerin hat bei der Stadt Beschwerde wegen Lärmbelästigung eingereicht. Jetzt prüfen Behörden die Lautstärke.

"Entschuldigung, ich höre Sie nicht, die Seelöwen sind so laut." So meldete sich der Pressesprecher des Kölner Zoos Cristoph Schütt am Mittwochmorgen mit ironischem Unterton am Telefon. Eine Anwohnerin des Zoos in Köln-Riehl hat bei der Stadt eine Beschwerde wegen Lärmbelästigung eingereicht: Die fünf Seelöwen seien nachts zu laut. Wie der Zoosprecher erklärt, fühle sie sich durch das Gebrüll der Tiere in ihrer Nachtruhe zwischen 22 und sechs Uhr morgens gestört.

Auf die Beschwerde hin sei die Kölner Bezirksregierung auf den Kölner Zoo zugekommen. Zusammen setzten sich die beiden Parteien an die Bearbeitung des Brüll-Problems und zogen erste Konsequenzen. "Zunächst wurde nur vereinbart, dass wir eine Kamera anschließen, um die nächtlichen Aktivitäten unserer Seelöwen zu kontrollieren. Alles weitere wird sich dann ergeben", erklärt Schütt.

Wie der Sprecher der Bezirksregierung, Dennis Heide, auf Nachfrage des GA mitteilte, war die Beschwerde schon im Juli 2017 eingegangen. Weshalb diese genau jetzt an die Öffentlichkeit gelangt ist, könne sich die Bezirksregierung nicht erklären. Die Anwohnerin selbst hätte bei der Bezirksregierung angerufen und erklärt, dass die Beschwerde nicht böswillig gegen die Seelöwen gerichtet war. Sie hätte nur wissen wollen, ob man etwas gegen den Lärm hätte tun können, so Heide.

Erste amtliche Beschwerde überhaupt

Der Zoo habe bis zu dem Zeitpunkt in seiner 168-jährigen Geschichte noch nie eine amtliche Beschwerde erhalten. Auf eine gute Nachbarschaft lege man großen Wert. "Es ruft schon mal ein Nachbar an und erkundigt sich nach einem Bauprojekt, aber so eine Situation wie jetzt gab es noch nie", so Schütt.

Der Zoosprecher kann sich nicht vorstellen, was die Anwohnerin so sehr gestört haben könnte. Denn der einzige männliche Seelöwe sei noch zu jung, um derart laut zu sein. Die weiblichen Tiere seien dazu normalerweise eher die ruhigeren. Als Hauptaufgabe des Zoos sieht Schütt aber nach wie vor die Verpflichtung gegenüber den Tieren: "Wir als Zoo haben den Auftrag des Artenschutzes und dass die Tiere artgerecht gehalten werden." Somit dürfen die fünf Seelöwen auch weiterhin Tag und Nacht entscheiden, ob sie lieber draußen oder drinnen verweilen möchten.

Der Sprecher der Bezirksregierung teilte ebenfalls mit, dass der Kölner Zoo sich um eine künstliche Höhle für die Seelöwen gekümmert habe. Diese sei mit Vorhängen behangen, damit der Lärmpegel eingedämmt wird.