Flughafen Köln/Bonn

Autofahrer fahren gegen neue Schrankenanlage

KÖLN. Seit Freitagvormittag müssen Autofahrer vor den Terminals am Flughafen Köln/Bonn Schranken passieren. Bis zum Freitagnachmittag wurden allerdings fünf Schranken der neuen Anlage bereits beschädigt.

Die Zeit der direkten und freien Durchfahrt zu den Terminals am Flughafen Köln/Bonn ist vorbei: Am Freitagvormittag gegen 10.15 Uhr ist die neue Schrankenanlage in Betrieb gegangen, mit der der Verkehrsfluss vor den Terminals verbessert werden soll.

Reibungslos lief der Start der Anlage, an der Autofahrer auf sechs Fahrspuren die Schranken passieren können, allerdings nicht. Bis zum Nachmittag hatten bereits fünf Autofahrer die Schranken an der Einfahrt durchbrochen. “Ich habe die Schranke einfach nicht wahrgenommen“, erklärte einer der Fahrer, der nach eigenen Angaben jeden Tag Fluggäste zum Flughafen fährt.

Die Flughafen-Mitarbeiter, die in Warnwesten neben der Anlage den Ablauf kontrollierten, tauschten die beschädigten Schrankenarme gegen neue aus und gaben die Spuren nach kurzer Zeit wieder frei. Der Flughafen reagierte noch am Freitag. „Die Beschädigung der Schranken haben wir zum Anlass genommen, sie noch mal optisch zu verstärken und zur besseren Sichtbarkeit mit Kontrastfolie zu versehen“, erklärte Flughafensprecher Alexander Weise am Nachmittag. „Wir befinden uns in der Anlaufphase, es gibt sicherlich noch Optimierungsbedarf“, sagte er weiter. Generell zeigte er sich mit dem Start aber zufrieden: „Es gab keine Rückstaus auf den Zubringern oder Schlangen an der Einfahrt.“

Die Schrankenanlage ist Teil eines neuen Verkehrskonzepts am Flughafen. Autofahrer dürfen, wie berichtet, nun zehn Minuten kostenlos direkt vor den Terminals halten. Wenn sie bis zu 15 Minuten länger in dem Bereich bleiben, müssen sie fünf Euro zahlen, bei bis zu 30 Minuten zwölf Euro - entweder an einen der neuen Kassenautomaten oder direkt an der Ausfahrt.

Verkehrssituation soll verbessert werden

Der Flughafen will mit den Schranken die Verkehrssituation und die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer verbessern. Dies sei am ersten Tag gelungen, zog Weise ein positives Fazit. Autofahrer würden oftmals in der zweiten Reihe parken oder Sperrflächen, Fahrspuren und Rettungswege blockieren, erklärte der Sprecher. Zum Konzept gehört auch, dass Fernbusse nicht mehr über die Terminalvorfahrten zum Busbahnhof geführt werden, zudem gibt es vor der Schrankenanlage eine neue Zufahrt zum Parkhaus 2.

Die Autofahrer vor den Terminals zeigten durchaus Verständnis für das neue Konzept. „Man muss sich daran gewöhnen“, sagte ein Mann aus Euskirchen, der einen Freund absetzte. „Es ist nicht gravierend und auch kein Nachteil.“ Wie er empfand auch ein weiterer Autofahrer die Zeitspanne von zehn Minuten als nicht zu kurz: „Eigentlich reicht das schon, um jemanden abzusetzen oder abzuholen“, sagte er und fuhr davon.

„Für uns ist das gut, da nun weniger Privatautos hier langfahren“, sagte Taxifahrer Mohsen Masrori. Für ihn und seine Kölner Kollegen besteht das Schrankenproblem nicht. Sie dürfen in eigenen Haltebuchten an den Terminals bis zu zwei Stunden auf Kunden warten. Für Taxifahrer aus Umlandgemeinden wie aus Bonn hingegen gilt ein Zeitlimit von 15 Minuten, dann müssen sie ebenfalls fünf Euro für die erste Viertelstunde der Zeitüberschreitung zahlen. Claus Lenz, Vorstand der Bonner Taxizentrale, zeigte sich darüber, wie berichtet, verärgert. “Die Gebühren sind sehr saftig“, sagte er im GA-Gespräch.

Mit zusätzlichem Personal will der Flughafen in den kommenden Tagen das neue System weiter kontrollieren, kündigt Weise an. Dann könnten weitere Dinge angepasst oder verbessert werden.