Fall in Bad Münstereifel: 45-Jähriger soll 13-Jährige sexuell missbraucht haben

Fall in Bad Münstereifel : 45-Jähriger soll 13-Jährige sexuell missbraucht haben

Prozessauftakt am Bonner Landgericht: Ein 45-Jähriger aus Bad Münstereifel hatte Geschlechtsverkehr mit einer 13-Jährigen. Seit Mittwoch muss er sich vor dem Bonner Landgericht verantworten.

Seit Mittwoch muss sich ein 45-jähriger gebürtiger Euskirchener wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes vor dem Bonner Landgericht verantworten. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, mehrmals mit einem 13-jährigen Mädchen Geschlechtsverkehr gehabt zu haben.

Mit Tränen in den Augen betrat der mehrfache Vater den Gerichtssaal. Er gestand über seinen Rechtsanwalt, mit der 13-Jährigen drei Mal Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Dieser sei einvernehmlich gewesen. Zudem habe der Angeklagte zu Beginn nicht gewusst, wie alt das Mädchen sei. „Sie hat Alkohol getrunken, Zigaretten geraucht und sich stark geschminkt“, so der Angeklagte. Im Februar vergangenen Jahres verstarb nach langer Krankheit seine Ehefrau.

Danach verfiel der 45-Jährige dem Alkohol. „Ich habe jeden Tag eine Flasche Schnaps und 15 Flaschen Bier getrunken“, so der Angeklagte. Vier Monate nach dem Tod holte das Jugendamt fünf seiner Kinder aus der häuslichen Situation. Sie wohnen seitdem in einer Jugendeinrichtung. Der 45-Jährige ist Vater von Kindern im Alter bis 20 Jahren. Eine Bekannte unterstützte den mehrfachen Vater nach seinem Schicksalsschlag und nahm ihn bei sich auf. Dort lernte er auch das junge Mädchen kennen. „Sie hat mich angehimmelt, und ich war ein wenig in sie verliebt“, sagt er vor Gericht. Nach ihrem Alter habe er sie nie gefragt.

13-Jährige erstattete Anzeige

Im März vergangenen Jahres fuhr der Angeklagte mit der 13-Jährigen gemeinsam los, um Zigaretten zu kaufen, als sie an einem Feldweg in Bad Münstereifel anhielten, um spazieren zu gehen. „Dann führte eins zum anderen und wir hatten Sex“, so der 45-Jährige. In den Folgetagen hatten beide viel Kontakt über Messenger. Der Chatverlauf, der dem Gericht vorliegt, umfasst 280 Seiten. Per Nachricht verabredeten sich der Angeklagte und das junge Mädchen, es kam erneut zu Geschlechtsverkehr. Während des Treffens erfuhr der 45-Jährige von ihrem jungen Alter.

Trotz dieser Gewissheit gab es ein weiteres Treffen mit sexuellen Handlungen. Danach gab es keinen körperlichen Kontakt mehr zwischen dem Angeklagten und der 13-Jährigen. Kurz darauf erstattete das Mädchen Anzeige gegen den 45-Jährigen, der momentan arbeitslos ist. Seinen Alkoholkonsum habe er inzwischen wieder im Griff. Aufgrund „jugendlichen Leichtsinns“, wie er selbst sagt, hat der Angeklagte nach eigenen Angaben 60.000 Euro Schulden. Das Landgericht hat weitere Sitzungstermine angesetzt.

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