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Kameras für mehr Sicherheit im Meckenheimer Schulzentrum

Kameras für mehr Sicherheit im Meckenheimer Schulzentrum

Die Schüler kritisieren mangelnde Information vor der Installation der Videoüberwachung. Die Videokameras sollen nur außerhalb des Schulbetriebs eingeschaltet werden.

Meckenheim. Aus dem Schulzentrum in Meckenheim ist ein Campus geworden. Er demonstriert auch nach außen die enge Zusammenarbeit der drei Schulen miteinander und die Durchlässigkeit, die den Schülern auf dem Campus verschiedene Schulabschlüsse ermöglicht.

Neben gemeinsamen Sport- und Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag gibt es regelmäßige Treffen der Schulleiter. Auch dem Thema Sicherheit, das nach dem Brand der Dreifachturnhalle und Vandalismus-Vorfällen vor zwei Jahren an Bedeutung gewonnen hat, versucht die Stadt Rechnung zu tragen. Hecken und Sträucher wurden zurückgeschnitten, dunkle Ecken auf dem Campus beseitigt.

Aus dem kriminalpräventiven Rat kam der Vorschlag, mittels Videoüberwachung für ein Optimum an Sicherheit zu sorgen. Diesen Vorschlag billigte der Rat noch vor der Sommerpause im nicht öffentlichen Teil seiner Sitzung. In der vorletzten Woche der Sommerferien wurde der Vorschlag umgesetzt. 15 Kameras, vornehmlich an den Eingängen der drei Schulen, zeichnen nun auf, wer sich dort aufhält.

Das sagt der Bürgermeister "Es lag nicht in unserer Absicht, die Schüler zu verunsichern", so Bert Spilles. "Wir haben sowohl die Standorte als auch die Aufzeichnungszeiten mit den Schulleitungen als unsere Ansprechpartner abgestimmt. Dass die Entscheidung zur Videoüberwachung im nicht öffentlichen Teil der Sitzung fiel, lag daran, dass das Konzept und der entsprechende Auftrag aneinander gekoppelt sind. Auftragsvergaben gehören immer in den nicht öffentlichen Teil."Die Stadt lege großen Wert auf die Einhaltung der Datenschutz-Bestimmungen, betont Pressesprecherin Marion Lübbehüsen. Vorab habe der Datenschutzbeauftragte vom Zweckverband kommunaler Informationsverarbeitung "civitec" eine Risikoanalyse erstellt und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Videoüberwachung ein angemessenes Mittel für mehr Sicherheit sei. Sie soll sowohl zur Strafverfolgung als auch zur Gefahrenabwehr dienen.

"Wir erhoffen uns mit dieser Maßnahme mehr Sicherheit für die Bürger", sagt Lübbehüsen. Eine Dienstanweisung in der Verwaltung bestimmt das Verfahren im Umgang mit den Kameras. Die Videokameras werden nur außerhalb des Schulbetriebs eingeschaltet. Das bedeutet, sie nehmen abends und nachts sowie am Wochenende, an Feiertagen und während der Ferien das Geschehen auf dem Campus auf. Gekostet hat die Installation der Kameras rund 35 000 Euro.

Die Aufnahmen werden nach acht Tagen automatisch gelöscht. Sollte es zu Vorkommnissen kommen, so kann nur der Bürgermeister selbst oder sein Stellvertreter die Auswertung der Videos anordnen. Auch dann werde nur die Videosequenz genutzt, die für die mögliche Straftat relevant sei.

Angesichts dieser Bestimmungen sind auch die Bedenken der Schüler relativiert. Nachdem sie nach den Sommerferien die Kameras vor den Schulen entdeckt hatten, war dies das Thema Nummer eins auf dem Schulhof. Viele Schüler fühlten sich überwacht, und deshalb gab es auch Kritik an der Vorgehensweise der Verwaltung. "Unserer Meinung nach hätten die Eltern und Schüler vor der Installation informiert werden müssen", formuliert Bilal Bodabouz (18) vom Konrad-Adenauer-Gymnasium die Kritik der Schüler.

Rückendeckung bekommt er vom Vorsitzenden des Jugendrates Philip Hauck (19): "Ein solches Thema gehört in die Öffentlichkeit."

Beide sind der Meinung, dass alle Fragen dazu an einem Elternabend vor den Sommerferien hätten besprochen werden müssen. Auch die Schülersprecher der Realschule, Levina Voss (16) und Jannik Schagen (16), bestätigen, dass sowohl Schüler als auch Lehrer in den ersten Schultagen nur spekulieren konnten. Grundsätzlich sähen sie die Maßnahme zur Verbesserung der Sicherheit ebenso wie die Schulleiter als gut und notwendig an.